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Noch 2000 Demonstranten bei Rest-Pegida

Der Zustrom für das Pegida-Bündnis flaut weiter ab. Zur ersten Kundgebung nach der Abspaltung mehrerer Mitinitiatoren versammelten sich am Montag nur 2000 Menschen in Dresden.

© dpa/Arno Burgi

Von Thilo Alexe und Sven Heitkamp

Dresden/Leipzig. Der Zustrom für das islamkritische Pegida-Bündnis flaut weiter ab. Zur ersten Kundgebung nach der Abspaltung mehrerer Mitinitiatoren versammelten sich am Montag mehrere tausend Menschen auf dem Neumarkt in Dresden. Die Polizei sprach von 2 000 Teilnehmern.

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Demo-Montag in Dresden

Nach der Spaltung ihrer Führungsspitze hat die Pegida-Bewegung in Dresden etwa 2.000 Menschen auf die Straße gebracht.
Nach der Spaltung ihrer Führungsspitze hat die Pegida-Bewegung in Dresden etwa 2.000 Menschen auf die Straße gebracht.
Zur ersten Kundgebung nach dem Ausscheiden von Ex-Sprecherin Kathrin Oertel und fünf weiteren Angehörigen des Pegida-Organisationsteams kamen am Montagabend aber deutlich weniger Anhänger vor die Frauenkirche als zuletzt.
Zur ersten Kundgebung nach dem Ausscheiden von Ex-Sprecherin Kathrin Oertel und fünf weiteren Angehörigen des Pegida-Organisationsteams kamen am Montagabend aber deutlich weniger Anhänger vor die Frauenkirche als zuletzt.
Am Sonntag vor zwei Wochen hatte Pegida noch mehr als 17.000 Menschen in Dresden mobilisieren können.
Am Sonntag vor zwei Wochen hatte Pegida noch mehr als 17.000 Menschen in Dresden mobilisieren können.
Blick auf den Neumarkt.
Blick auf den Neumarkt.
Am Abend wurde die Beleuchtung an der Frauenkirche ausgeschaltet. Man wollte Pegida keine Kulisse geben.
Am Abend wurde die Beleuchtung an der Frauenkirche ausgeschaltet. Man wollte Pegida keine Kulisse geben.
Auch er ist da: Der Gründer der Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann.
Auch er ist da: Der Gründer der Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann.
Bachmann eröffnete am Mikrofon die Kundgebung. Es sei eine Schande, dass die Frauenkirche das Licht ausgemacht habe. Hier seien viele, die für den Wiederaufbau gespendet haben, sagte er.
Bachmann eröffnete am Mikrofon die Kundgebung. Es sei eine Schande, dass die Frauenkirche das Licht ausgemacht habe. Hier seien viele, die für den Wiederaufbau gespendet haben, sagte er.
Gastrednerin: Das frühere Hamburger AfD-Mitglied Tatjana Festerling
Gastrednerin: Das frühere Hamburger AfD-Mitglied Tatjana Festerling
Blick über die Menge vor der Frauenkirche.
Blick über die Menge vor der Frauenkirche.
Zahlreiche Polizeibeamte sichern wie gewohnt die Veranstaltung.
Zahlreiche Polizeibeamte sichern wie gewohnt die Veranstaltung.

Gründer Lutz Bachmann hielt zum Auftakt eine kurze Rede. „Wir machen weiter“, sagte er. Pegida halte am 19-Punkte-Programm fest, das eine Null-Toleranz-Politik gegenüber straffälligen Asylbewerbern, aber auch die bessere Betreuung und dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen verlangt. Einen Rechtsruck werde es nach der Spaltung nicht geben. Bachmann verteidigte aber seine umstrittenen Äußerungen zu Asylbewerbern, deretwegen er als Pegida-Vereinschef zurückgetreten war. Jeder habe so etwas schon einmal am Stammtisch gesagt, im Übrigen stammten die Formulierungen aus einem nicht öffentlichen Facebook-Chat.

Zu den weiteren Rednern zählte die Hamburgerin Tatjana Festerling, die wegen ihrer zustimmenden Äußerungen zu den Kölner „Hooligans gegen Salafisten“ aus der AfD ausgetreten war. Sie sprach von „staatsfinanzierter Antifa“. Der Islam gehöre nicht zu Deutschland, allerdings seien alle willkommen, die sich integrierten. Die Rede wurde durch „Wir sind das Volk“- und „Lügenpresse“-Rufe unterbrochen. Die Frauenkirche hatte aus Protest gegen die Demonstration das Licht abgeschaltet. „Wir lehnen es ab, dass die Frauenkirche Dresden als Kulisse für ausländerfeindliche Kundgebungen instrumentalisiert wird“, erklärt Pfarrer Sebastian Feydt.

Auf dem Dresdner Postplatz hatten sich der Polizei zufolge bis zu 400 Pegida-Gegner versammelt. Bands spielten, auch ein Flüchtling aus Syrien kam zu Wort. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) sagte, sie sei auf den Platz gekommen, um für ein weltoffenes Dresden zu demonstrieren.

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Angespannt war die Lage in Leipzig, wo die Stadt eine Demonstration des radikaleren Pegida-Ablegers Legida untersagt hatte. Die Polizei hatte 3 000 Beamte gefordert, um die Sicherheit zu gewährleisten, hätte aber maximal nur 1 000 aufbieten können. Kurz vor 19 Uhr hatten sich rund hundert Legida-Anhänger auf dem Augustusplatz versammelt. Die Polizei löste die unangemeldete Versammlung nach wenigen Minuten auf. Später standen sich am Bahnhofsvorplatz Vertreter von Antifa und Legida gegenüber. Ein Großaufgebot der Polizei trennte beide Lager. Dennoch kam es zu Handgreiflichkeiten. In Chemnitz demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen einen Aufzug des Pegida-Ablegers Cegida. (mit SZ/ts/dpa)