merken

Noch 21 Flutschäden im Kreis

Die Sanierung der Kreisstraße zwischen Grunau und Etzdorf ist die teuerste Maßnahme. In Technitz geht es im Juli los.

© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Die Kreisstraße zwischen Grunau und Etzdorf hatte das Hochwasser im Juni 2013 einfach weggespült. Im November 2014 begannen die Arbeiten für den Straßenbau , der hangseitigen Spundwand sowie der Bohrpfahlwand zwischen Kreisstraße und Großer Striegis.

Anzeige
Digitaler Infotag an der BA Riesa & Leipzig
Digitaler Infotag an der BA Riesa & Leipzig

Die Berufsakademie (BA) Sachsen in Riesa und Leipzig lädt Studieninteressierte am 13. März 2021 zum digitalen Tag der offenen Tür mit Praxispartnern ein.

Die Kreisstraße zwischen Grunau und Etzdorf hatte es beim Junihochwasser 2013 unterspült. Teilweise brach sie ab.
Die Kreisstraße zwischen Grunau und Etzdorf hatte es beim Junihochwasser 2013 unterspült. Teilweise brach sie ab. © André Braun/Archiv

Mit Gesamtkosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro war das die teuerste Einzelmaßnahme zur Beseitigung von Hochwasserschäden im Landkreis Mittelsachsen. Einige Kraftfahrer wundern sich, warum die Spundwand zur Hangsicherung schon rostet. „Das ist so gewollt“, sagte die zuständige Referatsleiterin Claudia Richter. Es wurde korossionsträger Stahl, so wie er oft in Häfen zu finden ist, verbaut. „Durch den Rost entsteht ein naturnaher Farbton. Die Wände werden nicht beschmiert oder besprüht. Außerdem ist es eine kostengünstigere Variante als eine Betonwand“, so Richter.

Im Altkreis Döbeln werden noch zwei Vorhaben umgesetzt

Während die Kreisstraße zwischen Grunau und Etzdorf schon seit Oktober 2015 fertig ist, sollen die Arbeiten an der Brücke in Technitz im Juli dieses Jahres beginnen. Am Bauwerk müssen die Widerlager saniert werden. Beim Vorhaben in Technitz handelt es sich um eine von 15 Maßnahmen zur Hochwasserschadensbeseitigung des Landkreises, die noch in diesem Jahr realisiert werden sollen. Im nächsten Jahr sind es noch sechs.

Dazu zählt auch Neubau der Brücke in Littdorf über die Schnauder. Zurzeit läuft für dieses Vorhaben noch die Plangenehmigung. „Wir hatten kürzlich den Erörterungstermin und sind guter Dinge. Die Ausschreibung wird vorbereitet“, sagte die Referatsleiterin. Im Winter könnten dann die Bäume gefällt werden und anschließend die Baumaßnahme beginnen. Bis Mitte 2019 müssen alle Projekte abgeschlossen und bis Ende des Jahres abgerechnet sein.

„Große Vorhaben zeigen sich nicht nur in großen Bauvolumen einzelner Maßnahmen, sondern auch in Ortslagen mit vielen Hochwasserschäden“, sagte Richter. Sie nennt als Beispiel die Kreisstraße in der Ortslage Garnsdorf in der Gemeinde Lichtenau. Neben dem Straßenbau über 1,2 Kilometer Länge ist auch die Sanierung von fünf Stützwänden geplant. Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,5 Millionen Euro. Eine Herausforderung ist auch die Schadensbehebung in der Ortslage Mohsdorf der Stadt Burgstädt. Der Kreis errichtete in den vergangenen vier Jahren vier Ingenieurbauwerke und sanierte drei Böschungen. Auch in diesem Jahr ist ein weiterer Brückenbau über das Hochwasserprogramm geplant. Der Baubeginn ist abhängig von der Förderung der geplanten Stützwände. Die Gesamtkosten für Mohsdorf betragen rund 2,1 Millionen Euro.

Im Landkreis entstanden Schäden in Höhe von 171 Millionen Euro

Insgesamt beträgt die Schadenssumme im Landkreis 171 Millionen Euro. Davon entfallen auf die Städte und Gemeinden rund 141 Millionen Euro. Die Kommunen haben insgesamt über 1 140 Maßnahmen – 925 sind bereits fertig. Finanziell abgerechnet sind rund 690 Maßnahmen mit einem Volumen von 64 Millionen Euro. Hinzu kommen 20 Millionen für die Beseitigung von Schäden, die an Kirchen oder bei den Einrichtungen von Zweckverbänden entstanden sind, sowie 25 Millionen, die der Landkreis zur Schadensbeseitigung benötigt.

Der Kreis unterteilte seine 205 gemeldeten und bestätigten Maßnahmen in drei Kategorien: 70 große Investitionen wie der Ersatzneubau von Stützwänden, Brücken oder Straßenabschnitten, 90 Erhaltungsmaßnahmen und 45 kleinere Reparaturen. „Diese wurden entweder über andere Förderprogramme beziehungsweise durch Eigenleistung der Straßenmeistereien realisiert“, sagte Claudia Richter.

„Der Landkreis hätte im Rahmen des Budgets Mehrkosten abdecken müssen. Daher haben wir uns entschieden, kleinere Maßnahmen ohne Förderung umzusetzen“, so die zuständige Referatsleiterin. „Aufgrund der Kostensteigerung bei den Baukosten in den letzten Jahren kam es zu erheblichen Verteuerungen der Hochwassermaßnahmen. Der Landkreis versucht, die Mehrausgaben über Erhöhungsanträge abzudecken“, erklärte der erste Beigeordnete Dr. Lothar Beier. Die aktuell beantragten Gesamtkosten bei einer 100-Prozent-Förderung liegen bei 26,911 Millionen Euro.

Zwei Gebäude des Berufsschulzentrums in Döbeln in Ordnung gebracht

Nicht nur Straßen, Brücken und Stützwände wurden erneuert, auch im Bereich Hochbau waren Schäden zu beseitigen. Betroffen waren in Flöha die Rettungsleitstelle sowie in Döbeln Teile des Beruflichen Schulzentrums Döbeln-Mittweida (BSZ). In beide Objekte wurden rund 1,44 Millionen Euro investiert. Am Gebäude des BSZ an der Friedrichstraße betrug der Schaden rund 41 700 Euro. Das Objekt wurde trocken gelegt. Auch am Haus des BSZ an der Bahnhofsstraße 43 gab es Einiges zu tun. Für knapp 67 000 Euro mussten die geschädigten Türen getauscht, der Putz entfernt und durch mehrlagigen Sanierputz ersetzt werden.

Infrastruktur der Altdeponien musste erneuert werden

„Erhebliche Schäden gab es auch an fünf Altdeponien“, so Lothar Beier. Dazu gehörte unter anderem die „Wannesiedlung“ in Roßwein. Der Deponiefuß stand etwa einen Meter unter Wasser. „Dadurch ist die Infrastruktur unter der Sperrschicht zerstört worden“, sagte der erste Beigeordnete. Und so mussten die elektrischen Anlagen repariert sowie die Sickerwasserleitungen gereinigt und gespült werden.

Rund 508 600 Euro sind in die Sanierung der fünf Altdeponie, die sich außer in Roßwein in Höfchen, Rossau, Seifersbach und Bobritzsch befinden, geflossen.