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Noch ein Supermarkt für Radeberg?

In der Gerüchteküche brodelt es: Eine Kette soll sich für ein Areal an der Mühlstraße interessieren.

Von Jens Fritzsche

Noch ein Supermarkt für Radeberg? In der Gerüchteküche der Bierstadt köchelt es derzeit mal wieder heftig. Eine Supermarkt-Kette, heißt es, interessiere sich für das Eck-Areal zwischen Mühlstraße und Rathenaustraße, direkt an der Eisenbahnbrückenzufahrt zur Schillerstraße. Damit würde hier fast in Sichtweite zum Nettomarkt ein weiterer Discounter wachsen.

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Aber was ist dran am Gerücht? Radebergs Wirtschaftsreferent Marko Wagner hat jedenfalls noch nichts von entsprechenden Ansiedlungsplänen gehört, wie er auf SZ-Nachfrage erklärt. „Aber das muss ja nicht heißen, dass sich nicht vielleicht doch jemand mit solchen Gedanken trägt“, schiebt er nach. „Allerdings konkret gemeldet hat sich bei uns bisher niemand – und wir haben vom Landratsamt, das ja für Baugenehmigungen zuständig ist, uns aber vorher ins Boot holt, noch nichts in dieser Richtung gehört“, so der Wirtschaftsreferent. Seit der Eröffnung des Edeka-Marktes an der Oberstraße im vergangenen November habe sich im Rathaus niemand mehr mit Ansiedlungsideen gemeldet.

Einen wirklichen Bedarf für einen weiteren Supermarkt in Radeberg sieht Marko Wagner jedenfalls nicht. „Der Bedarf ist bei uns wirklich mehr als gedeckt“, sagt der Wirtschaftsreferent mit Blick auf die in Radeberg ansässigen Märkte. Immerhin gibt es hier zwei Netto-Märkte an der Rathenaustraße und an der Pillnitzer Straße, einen Netto-Schwarz an der Dresdner Straße, den neuen großen Edeka an der Oberstraße, wo auch bereits Lidl ansässig ist, an der Badstraße sitzen Konsum und Aldi, an der Schillerstraße gibt es die „Kaufhalle“ und Norma hat sein Domizil an der Dietzestraße – und das alles für knapp 19 000 Einwohner. Deshalb könnte sich Marko Wagner aktuell höchstens einen Umzug eines Supermarktes vorstellen, wenn an den Plänen für das Areal zwischen Mühlstraße und Rathenaustraße tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit sein sollte, sagt er.

Der Ruf nach einem Supermarkt hallt hingegen immer wieder aus dem Ortsteil Großerkmannsdorf herüber. Seit dort vor gut zwei Jahren der letzte kleine Lebensmittelmarkt geschlossen hat, gibt es hier – abgesehen von Bäcker und Getränkemarkt – keine Einkaufsmöglichkeit mehr. „Deshalb machen wir uns ja für ein ländliches Einkaufszentrum bei uns stark, immerhin wächst Großerkmannsdorf immer mehr“, hat Ortsvorsteher Harry Hauck (Freie Wähler) seit Langem die Richtung vorgegeben. Bisher allerdings ist Großerkmannsdorf mit seinen gut 2 000 Einwohnern noch zu klein, um das Interesse von Supermarktketten zu wecken, weiß Harry Hauck. „Ich habe ja schon einige Gespräche geführt, da ist mir immer das Argument genannt worden, dass noch ein paar Einwohner mehr hermüssten…“ Auch deshalb plädiert der Ortsvorsteher bekanntlich für neue Wohngebietsflächen in Großerkmannsdorf. Zumindest bei diesem Thema könnte sich in nächster Zeit etwas bewegen, verbreitete Harry Hauck jüngst im Ortschaftsrat Optimismus.