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Noch immer Schmutzfrust

Nach einem Treffen im März sollten die Reinigungsprobleme in der Kreischaer Schule gelöst sein. Doch viel verändert hat sich seither nicht.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Stephan Klingbeil

Kreischa. Staubfäden zieren die Ecken im Eingang der Grund- und Oberschule in Kreischa. Im Keller fault ein Apfel vor sich hin. Mehrere Zimmerböden sind nicht sauber. Mülleimer quellen über, Papiertücherspender sind leer. Schaut man genauer hin, wird klar: In dem Gebäude gibt es ein gewisses Reinigungsproblem. Das wirft Fragen auf. Denn eigentlich müsste mittlerweile in dem Schulhaus alles blitzeblank sein.

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Nachdem der Schülerrat der Oberschule in diesem Schuljahr gleich zweimal seinem Frust über Reinigungsmängel Luft gemacht hatte (SZ berichtete), sollte sich alles ändern. Ende März gab es ein Treffen der Beteiligten vor Ort. Nach dem Rundgang mit Vertretern von Landkreis, Reinigungsfirma RWS, der Gemeinde als Schulträger sowie Hort- und Schulleitern wurden Probleme angesprochen. Einig waren sich alle, dass die Qualität zu verbessern sei. Auch sagte Bürgermeister Frank Schöning (FBK), dass die Kommunikation der Beteiligten optimiert werden soll. Zwei Monate später hat sich die Situation aber kaum verändert.

Auch wenn es Tage keine Beschwerden gibt, machen die regelmäßigen Protokolle doch deutlich, dass immer wieder Mängel auftreten. Das Kunstzimmer soll demnach sogar seit Januar nicht gereinigt worden sein. Eine Lehrerin bestätigt das auch auf SZ-Nachfrage. Sie sagt, sie selbst und die Schüler kehren den Boden, leeren die Papierkörbe. Mitgebrachte Handtücher ersetzen Papiertücher, die offenbar nicht aufgefüllt werden. Warum die Reinigungsfirma das nicht tut, versteht die Lehrerin nicht.

Auch Oberschulleiter Wolfgang Schuster bestätigt den Hinweis aus dem Schülerrat, dass es weiter Reinigungsmängel gibt. Es wurde protokolliert, dass das Chemie-Zimmer nicht gereinigt wurde, Tafellappen wurden nicht ausgetauscht, ein Seifenspender in der Grundschule blieb leer, genauso wie Papierbehälter – und das schon seit Wochen.

Wird sich etwas ändern? Der Geschäftsführer von RWS hat auf eine SZ-Anfrage nicht reagiert. Dass Probleme aber bekannt sind, macht ein Schreiben des Unternehmens an die Schule deutlich. Hier wird darauf hingewiesen, dass es einen Personalwechsel geben wird. Aber: Schon nach den Winterferien war Personal ausgetauscht worden. Bis vorigen September waren zwei Beschäftigte der Gemeinde für die Reinigung zuständig. Der eine begann aber eine Ausbildung, die andere erkrankte Ende 2017 schwer. Erst übernahm die RWS die Einsätze zur Hälfte, seit Januar ist sie komplett verantwortlich. Kritik gibt es aber weiterhin, auch vonseiten der Eltern.

„Es läuft nicht optimal“, sagt Claudia Kobler, Vorsitzende des Grundschul-Elternrats. „Allerdings ist die Gemeinde dran an einer Lösung.“ Es gebe einen regen Austausch, vor allem zwischen Gemeinde und Reinigungsfirma. Schöning bestätigt dies: „Dreimal die Woche, manchmal täglich.“ Der Bürgermeister betont, „dass gereinigt wird“, und Mängel würden abgestellt. „Derzeit wird auch an organisatorischen Ursachen gearbeitet, zum Beispiel durch eine Verbesserung der Schüleraufsicht durch die Lehrer vor Ort, gerade im Toilettenbereich.“ Schöning sagt zudem, dass die Gemeinde vertraglich garantierte Leistungen, die nicht erbracht wurden, nicht bezahlt. Jedoch sei keine Grundreinigung vereinbart, sondern eine normale Reinigung. Sind zum Beispiel im Laufe des Tages Seifen- und Papierspender früher leer, müsste der Hausmeister die Behälter auffüllen. Die Grundreinigung finde in den Sommerferien statt. Dann würden auch beschädigte Böden repariert und Zimmer hergerichtet.