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Noch kein Zeitplan zum Dianabrunnen

Das Wahrzeichen soll abgebaut werden, das Zulaufsystem saniert. Doch auch 2018 bleibt der Brunnen ohne Wasser.

© Klaus-Dieter Brühl/Archiv

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Wird der Dianabrunnen, das Wahrzeichen der Stadt, nun wie angekündigt saniert? „Im kommenden Jahr auf gar keinen Fall“, sagt Stadtbaudirektor Tilo Hönicke der SZ. Großenhain werde sich 2018 ganz auf den Breitbandausbau in den Ortsteilen konzentrieren. Da sind weder Zeit noch Kapazitäten für so ein Denkmal drin.

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Doch die Sanierung war nicht nur angekündigt, sondern auch als notwenig dargestellt worden. Tatsächlich laufen die Vorarbeiten auch weiter. „Ein Planungsbüro erarbeitet derzeit eine Kostenaufstellung für alle notwendigen Arbeiten“, teilt der zuständige Mitarbeiter Thomas Röthig auf SZ-Anfrage mit. Die Arbeiten werden in drei Hauptbereiche gegliedert: Tiefbauarbeiten, Natursteinarbeiten und Wassertechnik. Die Zuarbeit für die Kostenermittlung der Wassertechnik werde im November erwartet. Das Planungsbüro wird der Stadt demnach bis spätestens Ende 2017 eine Gesamtkostenaufstellung vorlegen können. Die könnte laut Tilo Hönicke sechsstellig werden. Zu technischen Details könne die Stadt derzeit noch keine Aussagen machen, so Röthig. Saniert wird auch nur in Abhängigkeit von der Haushaltslage. Sprich: vielleicht erst 2019. Damit ist abzusehen, dass der Brunnen auch im kommenden Jahr nicht angestellt wird. Denn es gibt Probleme mit der Wasserzuführung. Das über 100 Jahre alte Denkmal steht seit Jahresmitte trocken – das Wasser ist abgestellt und wird nach Aussage der Stadt auch nicht so schnell wieder hineingelassen. In der Brunnenkammer stand Wasser und beschädigte die Pumpen. Alle sechs Stränge zu den Wasserauslässen, ob im Mittelteil des Brunnens oder unter den Hirschen, sind irgendwie defekt. „Wahrscheinlich liegen da unten noch Bleileitungen, die marode sind“, vermutet Thomas Röthig vom städtischen Bauamt. Bemerkt wurde die Störung in den letzten drei Jahren, als immer mehr Wasser verbraucht wurde, weil es irgendwo versickerte. „Leider haben wir keine Planungsunterlagen zum Brunnen“, so Thomas Röthig.

Weil die Ursachen also voraussichtlich unter der Diana zu suchen sind, soll das Wasserspiel samt Figur in Einzelteilen abgebaut werden. Nur so ließe sich der Wasserkreislauf langfristig instand setzen. Planer Michael Preibisch wurde beauftragt, die Vorarbeit zu leisten. Seine Planungen werden auf den Vermessungen von Udo Hilbrig beruhen. Ende Juli hatte der Großenhainer den traditionsreichen Brunnen ganz genau unter die Lupe genommen – mit einem Laserscanner für 3-D-Bilder. Damit ist der Aufbau des Brunnens genau nachweisbar. Die Kostenschätzung für Ab- und Wiederaufbau wird so möglich. Hinzugezogen werden außerdem ein autorisiertes Unternehmen für Wasserarbeiten und die Steinmetzfirma Hartmut Witschel.

Da die Auftragslage von Bau- und Planungsfirmen derzeit sehr gut ist, war nicht rasch mit Ergebnissen zu rechnen, das hatte man im Rathaus vorhergesehen. Parallel dazu sucht die Stadt nach Fördermitteln. Denn ohne die werde es nicht gehen, lässt Stadtbaudirektor Hönicke durchblicken. „Wir wollen nicht allzu viel Zeit verlieren“, sagte Thomas Röthig noch im Sommer. Sanierungsgelder sollen bei der Kämmerei angemeldet werden. Die Stadt möchte auf alle Fälle wieder ein funktionierendes Denkmal. Vielleicht lässt sich jetzt sogar ein Neuaufbau realisieren, der bei späteren Problemen mit den Wasserleitungen einen besseren Zugriff möglich macht. Aber die Hoffnung, nicht den ganzen 100-jährigen Brunnen abbauen zu müssen, hat sich zerschlagen. 150 Kubikmeter Wasser zieht das Großenhainer Wahrzeichen pro Jahr. 2016 gab es weit mehr als eine Verdopplung des Wasserverbrauchs. Zwar mache das die Stadt nicht arm, hieß es, doch eine Aufgabe für die Verwaltung sei es allemal. Denn vielleicht fließt das fehlende Wasser ja in angrenzende Hauptmarktgrundstücke.