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Noch mehr Ärger nach Umleitung

Während der Sperrung der B 173 haben Lkws nicht nur in Grund Schäden hinterlassen, sondern auch im Tharandter Wald.

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© Karl-Ludwig Oberthür

Von Stephan Klingbeil

Tharandt. Die mehrwöchige Vollsperrung der Bundesstraße B 173 im Wilsdruffer Ortsteil Mohorn hat nicht nur auf der Abkürzungsstrecke in Grund, sondern auch in der Nachbarstadt Tharandt Spuren hinterlassen. Auf einer Länge von 2,2 Kilometern war in Mohorn die Fahrbahn abgefräst und neu asphaltiert worden. Die Kosten für das Projekt des Landesamts für Straßenbau und Verkehr lagen bei rund 416 000 Euro. Die Mohorner Ortsdurchfahrt war vom 4. Juli bis 12. August voll gesperrt.

Der Verkehr wälzte sich daher wochenlang über eine großzügige Umleitung auf den Staatsstraßen S 192 und S 194 mitten durch den Tharandter Wald. Die Route begann aus Richtung Dresden kommend in Grumbach, führte über Tharandt, Kurort Hartha und Grillenburg bis nach Naundorf. Erst dort wurden die Autofahrer wieder auf die B 173 geleitet. Deutlich mehr Autos als gewöhnlich schlängelten sich durch das teilweise enge Tharandter Stadtgebiet. „Die Straßen sind doch insgesamt für so einen Verkehr überhaupt nicht geeignet“, sagt Ortsvorsteher André Kaiser (Freie Wählergemeinschaft) aus Grillenburg. Während der fünfwöchigen Umleitung hätten sogar Vierzigtonner die Umleitung genommen. Diese mussten wegen der engen Fahrbahnen auch mal ausweichen – das habe Spuren hinterlassen. Gehwege wurden in Mitleidenschaft gezogen. Bordsteine bröckeln.

Stadt soll Schäden erst einmal auflisten

In der Ortslage Grillenburg sind die vermutlich durch den Schwerlastverkehr entstandenen Zerstörungen deutlich sichtbar. Aber auch in anderen Abschnitten der Umleitung gibt es offenbar Schäden. Kaiser zufolge haben mehrere Bewohner weitere Hinweise gegeben. Kaiser, der auch Stadtrat ist, wandte sich deshalb bereits an die Tharandter Verwaltung. Die Stadt soll sich nun darum kümmern, alle Schäden aufzunehmen. Es geht um Geld. Die Schäden müssen repariert werden. Doch wer kommt dafür auf? „Wenn der Zusammenhang mit dem Umleitungsverkehr naheliegend zuordenbar ist, treten wir für die Reparaturkosten ein“, erklärt Isabel Siebert, die Sprecherin des Landesamtes. „Die Kosten würden dem Bauvorhaben auf Grundlage des Bundesfernstraßengesetzes zugeordnet.“ Das sei klar geregelt. Die Reparaturen zählten als Baukosten. Für die Staats- und Bundesstraßen, also auch auf der Umleitung durch den Tharandter Wald ist das Landesamt verantwortlich.

Bisher sind der Behörde aber noch keine Schäden bekannt. „Tharandt hat uns noch keine Schäden an seinen Gehwegen infolge des Umleitungsverkehrs gemeldet“, sagt Isabel Siebert. Die Stadtverwaltung selbst hat sich auf mehrmalige SZ-Anfrage bis zum späten Mittwochnachmittag nicht zu dem Thema geäußert.