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Noch mehr Balkone

Die Wohnungsgenossenschaft zieht eine positive Bilanz. Sie hat trotzdem noch Verbindlichkeiten in Höhe von 12 Millionen Euro.

© Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

Hartha. Gefühlt hat die Wohnungsgenossenschaft Hartha (WGH) im Jahr 2015 gut gewirtschaftet. Das berichtete Vorstand Jörg Keim zur Mitgliederversammlung der Genossenschaftler. Zwar stehe ein Verlust in Höhe von 127 000 Euro zu Buche. Das hänge aber mit dem Verkauf des Hauses in Limmritz zusammen. Dadurch war eine außerplanmäßige Abschreibung in der Bilanz notwendig. Das Geld ist aber nicht verloren gegangen. „Eigentlich hätten wir im vergangenen Jahr einen geringfügigen Gewinn in Höhe von 62 000 Euro erwirtschaftet“, so Jörg Keim.

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Das Geld, das die WGH durch den Verkauf des Hauses in Limmritz eingenommen hat, soll wieder investiert werden, so der Vorstand. Geplant ist, im nächsten Jahr Balkone an die Häuser an der Straße des Friedens 20 bis 26 anzubauen. „Außerdem wollen wir die Heizung Stück für Stück in Angriff nehmen“, sagte Keim. Zurzeit hat jede Wohnung eine separate Wamsler-Heizung. Das heißt mit dem Ofen, der in der Küche steht, wird die Wohnung beheizt, das Wasser erwärmt und gekocht. Künftig soll es pro Eingang eine zentrale Gasheizung geben. Darüber informierte der Vorstand als Ausblick.

Er zog zur Versammlung auch Bilanz. So wurden im vergangenen Jahr 500 000 Euro investiert. 300 000 Euro flossen in die Modernisierung und 200 000 Euro in die Instandhaltung. Zu den Modernisierungen gehören unter anderem der Anbau der Balkone am Wohnblock „Winter“ an der Nordstraße und die Sanierung von leerstehenden Wohnungen in diesem Block. Die Treppen und Wege vor dem Wohnblock 1 bis 7 sind in Ordnung gebracht worden. Für die letzten Hauseingänge wurde eine Rampe gebaut, damit sowohl die Nutzer eines Rollators oder Leute mit kleinen Kindern problemlos ihr Ziel erreichen können. Auch fünf Wohnungen, die die Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung Freiberg mbH (GSQ), die für die Unterbringung von Asylsuchende und Flüchtlingen zuständig ist, gemietet hat, mussten in minimalem Umfang saniert werden.

600 000 Euro für Zinsen und Tilgungen

Die WGH hat im vergangenen Jahr 600 000 Euro Zinsen und Kredite getilgt und das bei Mieteinnahmen in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Die Höhe der Kredite ist ebenfalls gesenkt worden, sodass die Verschuldung um mehr als 100 000 Euro verringert werden konnte. „Das sind zwar nur kleine Schritte bei Verbindlichkeiten in Höhe von rund zwölf Millionen Euro, aber wir setzen Zeichen, dass es langsam vorwärts geht“, sagte Jörg Keim. Trotzdem sei die WGH, deren wirtschaftliche Schieflage im Jahr 2013 bekannt wurde, für die Banken immer noch ein Sanierungsfall.

In diesem Jahr sollen noch die Entwässerungsprobleme an der Nordstraße 43, an der Weststraße und im „Winter“ an der Nordstraße beseitigt werden.

Von den 583 Wohnungen stehen 151 leer. Diese Zahl ist konstant geblieben. Es gab 42 Auszüge und 30 Wohnungen wurden neu belegt. Mit dem Anbau von Balkonen und der Sanierung von Wohnungen will die WGH für Mieter attraktiv sein. „Wir können mit normalen Mieten und schön hergerichteten Wohnungen punkten“, sagte der Vorstand. Eine Nachfrage nach hochwertigen Wohnungen in schöner Lage, für die die Mieter auch bereit sind, mehr Geld zu bezahlen, gebe es in Hartha nicht.