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Radebeul

Noch mehr Blühflächen für die Stadt

Fast im Alleingang sorgt Anita Bätz für mehr blühende Wiesen. Jetzt mit zwei neuen Flächen. Das eigentliche Ziel ist ein Größeres.

Blüten überall. Anita Bätz (l.) bei der Einweihung der Schmetterlingswiese an der Grundschule in Radeburg im Juni 2018.
Blüten überall. Anita Bätz (l.) bei der Einweihung der Schmetterlingswiese an der Grundschule in Radeburg im Juni 2018. © Norbert Millauer

Von Beate Erler 

Radeburg. Ein Schulgartenprojekt namens „Brennnessel und Regenwurm“, um Kindern Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt zu vermitteln. Eine Schmetterlingswiese in der Grundschule Radeburg, die Insekten Nahrung liefert. Mehrere Anfragen bei der Stadt, um Blühgärten anzulegen.

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Anita Bätz aus Berbisdorf hat schon einiges versucht und geschafft, ist aber noch lange nicht fertig. Sie möchte nicht nur eine kleine blühende Wiese auf dem Schulgelände. Das war bloß der Anfang, eine Vorzeigefläche, ein Aushängeschild. Anita Bätz will weg von den Splitt- und Steingärten, die sie „Gärten des Grauens“ nennt. Hin zu einer grünen, oder noch besser, einer buntblühenden Stadt.

Diesem Ziel kommt die 48-Jährige, die am Flughafen Dresden als Wetterbeobachterin arbeitet, gerade wieder ein Stück näher. Zwei neue Brachflächen hat sie ins Auge gefasst und will sie zu Blühwiesen umgestalten. Die eine befindet sich unterhalb der Grundschule Radeburg an der Buswendeschleife am Meißner Berg.

„Die Stadt hat den Nutzungsantrag genehmigt, aber wann wir dort mit der Umgestaltung beginnen können, steht noch nicht fest“, sagt sie. Die Fläche ist immerhin 1 000 Quadratmeter groß und soll von Eltern und Lehrern der Grundschule neu bepflanzt werden.

Das ist zumindest das Ziel von Anita Bätz, die auch schon einen Landwirt an der Hand hat, der die Wiese umbrechen wird. „So entstehen aus Dreckecken Kleinode, die auch zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen“, sagt sie.

Die zweite Fläche ist mit 50 Quadratmetern um einiges kleiner, aber dafür geht es dort mit der Arbeit schon los. Am Jugendclub Berbisdorf entsteht ein Schaugarten mit einheimischen Pflanzen, die teilweise auf der Roten Liste stehen. Etwa acht verschiedene Arten mit insgesamt 50 Pflanzen sollen es werden. Darunter Heilziest, Glockenblume und Färberhundskamille. „Es soll ein richtiger Schaugarten mit Beschilderung werden, die vom Jugendclub gesponsert wird“, sagt Anita Bätz.

Sie ist im „Netzwerk blühende Landschaft“ dabei, aber macht bisher fast alles im Alleingang. An der Radeburger Grundschule und im Hahnemannzentrum in Meißen hat sie angefangen, Vorträge zu halten und so andere Menschen auf ihre Blühwiesenaktion aufmerksam gemacht. 

Daraus ist eine kleine Regionalgruppe des Netzwerkes entstanden. Dabei sind Anwohner aus Großdittmannsdorf, Bärnsdorf, Berbisdorf und Radeburg. „Wir sind bisher nur sieben Mann, aber sie alle tragen unser Anliegen weiter“, sagt Anita Bätz und hofft, dass die Regionalgruppe noch größer wird.

Auf jeden Fall ist sie jetzt nicht mehr die Einzige, die rausgeht und mit offenen Augen nach Brachflächen für neue Blühwiesen sucht. Ihr großes Ziel geht allerdings über vereinzelte Flächen hinaus. „Ich würde gern die Ortsteile von Radeburg mit Blühstreifen verbinden“, sagt sie. Das könnte zum Beispiel am Radweg oder am Straßenrand funktionieren, so Anita Bätz. Sie hat für diese Idee schon viel Zuspruch erhalten, aber das wird wohl noch einige Jahre dauern.

Wer sich für ihr Projekt interessiert und sie unterstützen will, kann sich bei Anita Bätz melden.

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