merken

Noch mehr Hinweise auf Wölfe auch im Sebnitzer Raum

Zahlreiche Wolfssichtungen wurden in den letzten Tagen in Sebnitz angezeigt. Nutztierhalterverbände schlagen Alarm.

© Repro: Dirk Zschiedrich

Von Anja Weber

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Das perfekte Fahrgefühl: der City-SUV

Nicht nur das kompakte Design ist beeindruckend, sondern auch die Ausstattung: Am besten gleich eine Probefahrt mit dem neuen T-Cross von Volkswagen buchen.

Sebnitz/Hohnstein. An die 20 neue Mitteilungen über alte oder neue Wolfssichtungen sind bei Jäger Frank Röllig, dem Hegeringleiter des Gebietes Oberes Sebnitztal in den letzten Tagen eingegangen. Er hatte vergangene Woche öffentlich um Hinweise gebeten, um aktuelle Wolfssichtungen oder Wolfsrisse dokumentieren zu können. Damit will er die zuständigen Stellen wie Landratsamt und Kontaktbüro Wölfe in Sachsen über die Situation speziell zwischen Hohnstein und Sebnitz informieren. Aus diesem Gebiet lägen bislang zu wenige Erkenntnisse vor. Deshalb startete er eine entsprechende Aktion. Seitdem gehen bei ihm täglich neue Zuarbeiten ein. Auch bei der SZ haben sich Personen gemeldet, die zwei Wölfe im Sebnitzer Wald gesehen haben wollen. Da es dort offenbar keine Wildtierkamera gibt, fehlt der direkte Beweis. Für weitere Vorfälle wie unter anderem in der Pferdekoppel bei Krumhermsdorf gibt es gleich mehrere Augenzeugen. Den Pferden fällt es sogar Tage danach noch schwer, sich zu beruhigen, weiß Frank Röllig. Drei Wölfe schlichen in der Pferdekoppel herum und ließen sich nur mit Mühe daraus vertreiben. Sie seien dann auf etwa zehn Meter Abstand stehengeblieben und nicht verschwunden. Das sowie andere Berichte würden darauf hindeuten, dass sich die Wölfe eben untypisch verhalten würden und das gebe Anlass zur Sorge. Auch die Nutztierhalterverbände von Ziegen-, über Schaf- und Rinderzüchter bis hin zu den Pferde- oder auch Alpaka- und Lamazüchtern schlagen Alarm. Sie haben sich mit einem offenen Brief an die Politik gewendet. Darüber informiert Sabrina Lampe, Pressereferentin beim Landesbauernverband. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Der Schutz der Weidetierhaltung muss Kernanliegen des Naturschutzes werden und darf nicht dem Wolfsschutz untergeordnet werden.“ Die Weidetierhaltung dürfe gerade im Sinne des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Erhalts von Grünland und von Biotopen nicht dem Wolf geopfert werden.

Ob es sich bei den Wolfssichtungen in Hohnstein, Ulbersdorf und Sebnitz um ein neues Rudel handelt, ob es Wölfe sind, die eventuell aus Tschechien kommen oder ob es Wölfe aus dem neu bestätigten Rudel bei Stolpen sind, ist weiter offen. Entsprechende Prüfungen laufen noch. Das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ weist aber vor allem darauf hin, dass Halter von Schafen und Ziegen Vorkehrungen für den Schutz ihrer Tiere treffen sollten. Es wird empfohlen, Nutztiere mit einem geeigneten 100 bis 120 Zentimeter hohen Elektrozaun zu schützen. Kleinere Tierbestände können auch über Nacht eingestallt werden. Festzäune aus Maschendraht, Knotengeflecht oder ähnlichem Material werden seitens des Wolfsmanagements nicht empfohlen, da sie über keine aktiv, abschreckende Wirkung verfügen und eine rein physische Barriere darstellen. Erfahrungsgemäß können sie von Wölfen leicht untergraben, übersprungen oder überklettert werden.

Tierhalter, die Fragen zum Herdenschutz beziehungsweise zur Förderung von Schutzmaßnahmen haben, können sich an den Herdenschutzbeauftragten wenden. Zuständig für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, ist André Klingenberger von der „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“.

Kontakt Hegeringleiter Frank Röllig: Hinweise per E-Mail

Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ Rietzschen per E-Mail

Ansprechpartner für Herdenschutz: André Klingenberger Tel. 0172 3757602, oder per E-Mail