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Noch mehr Platz für Unternehmen

Noch sind nicht alle Grundstücke an der Kirschallee vergeben, da kauft die Stadt eine weitere Fläche am Gewerbegebiet.

© Dirk Zschiedrich

Von Nancy Riegel

Neustadt. Neustadts wohl ungeliebtester Schornstein steht an der Kirschallee. Frank Beyer, Geschäftsführer der Industrie-Center Neustadt GmbH (ICN) und somit Ansprechpartner für das revitalisierte Gewerbegebiet, würde die Esse am liebsten verschenken. „An jemanden, der sie abreißt.“ Denn das Bauwerk steht auf einem Grundstück, das bald Teil des Gewerbegebiets werden soll. Neustadt will damit noch mehr Platz für Unternehmensansiedlungen schaffen. Frank Beyer bezeichnet das Projekt als „Kirschallee 2“.

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Der erste Schritt ist schon getan. Bürgermeister Peter Mühle (NfN) und Frank Beyer fuhren nach Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz. Und zwar um sich mit dem Besitzer des Grundstücks zu treffen, das östlich an das revitalisierte Areal der Kirschallee grenzt. Auf der rund fünf Hektar großen Fläche steht nicht nur besagter Schornstein, sondern auch das dazugehörige Heizhaus. Mehrere Gebäude des insolventen Schrotthandels Keller gehören ebenfalls dazu. Neustadt willigte ein, das Grundstück samt aller, vorwiegend maroder Gebäude zu erwerben. „Das bedeutet zwar viel Abrissarbeit und jede Menge Baumüll, aber nur so konnten wir die Fläche kaufen“, erläutert Frank Beyer.

Hier sollen künftig, wie auch schon auf dem benachbarten Areal, Quartiere für Gewerbe entstehen. Die Stadt möchte das Konzept weiter verfolgen, möglichst große Betriebe anzulocken. „Diese Unternehmen bieten sicherere Arbeitsplätze als kleine Firmen und die Perspektive, dass sie Neustadt lange erhalten bleiben, ist größer“, argumentiert der ICN-Geschäftsführer.

Schon jetzt beginne die Suche nach solchen Unternehmen. Denn Neustadt möchte auch für die Revitalisierung der neuen fünf Hektar Fördermittel beim Freistaat beantragen. Fast 6,2 Millionen Euro aus öffentlichen Töpfen gab es für die jetzigen Bauarbeiten, die Ende des Jahres abgeschlossen werden sollen. Um erneut finanzielle Unterstützung zu bekommen, muss die Stadt einen Bebauungsplan vorlegen, die Vorplanung für die Sanierung angehen und vor allem für mindestens die Hälfte der Flächen, die verkauft werden sollen, Interessenten vorweisen.

Das ist ein langwieriger Prozess. Aber Neustadt sei gewillt, auch für das neue Grundstück Unternehmen zu finden. „Will sich ein Betrieb vergrößern oder umziehen, muss es schnell gehen. Können wir als Stadt nicht die passenden Flächen bieten, geht die Firma eben woanders hin“, resümiert Frank Beyer. Er nennt noch einen weiteren Grund, warum die Brachen des Schrotthandels und der Schornstein verschwinden sollen. Es handle sich immerhin um das Erste, was man sieht, wenn man von der Sebnitzer Straße aus ins Gewerbegebiet fährt. „Da sind solche Baracken kein schönes Aushängeschild.“