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Noch mehr Wasser für Pakistan

Bernd Heinrich hat bei einem Vortrag über sein Hilfsprojekt erneut Geld gesammelt. Das fließt nun in eine Wasserleitung.

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© privat

Von Katarina Gust

Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Was macht ein Dürrröhrsdorfer im rund 5 000 Kilometer entfernten Nanga-Parbat-Gebirge in Pakistan? Er hilft. Und zwar in einem Bergdorf, in das erstmals eine Wasserleitung verlegt wird. Insgesamt drei Wochen lang war Bernd Heinrich im Sommer im Norden Pakistans unterwegs. Sein Ziel war Thamarus, ein Dorf, zu dem etwa 50 Familien gehören. Die Siedlung liegt hoch in den Bergen. Fließendes Wasser gab es hier nicht, erst durch die Hilfe von Bernd Heinrich. Er sammelte anlässlich seines 60. Geburtstages Spenden. Rund 6 000 Euro kamen zusammen. Die Summe wurde in Thamarus bereits verbaut.

Über seine Reise und die Hilfsaktion in dem Bergdorf hat Heinrich am vergangenen Wochenende gesprochen. Im Orts- und Vereinszentrum in Dürrröhrsdorf-Dittersbach hat der 61-Jährige einen Bildervortrag gehalten. Etwa 60 Besucher waren gekommen, um seinen Erlebnissen zu lauschen. Eine Resonanz, die Bernd Heinrich überrascht und gerührt hat. „Der Vortrag war ein großer Erfolg“, erzählt er. Die Besucher hätten ihn und seine Arbeit nach 75 Minuten mit viel Beifall gewürdigt. Viele Gäste zückten zudem ihr Portemonnaie und übergaben ihm weitere Spenden. Insgesamt 362 Euro seien in der Kasse gelandet. Der Dürrröhrsdorfer will die Summe nun auf 500 Euro aufstocken. So viel Geld sei nötig, um das nächste Bauprojekt in Thamarus anzuschieben. Es geht erneut um eine Wasserleitung. Der Dorfälteste, Bejil, sei der Einzige, der noch kein fließend Wasser hat. Von einer Quelle in den Bergen soll eine extra Leitung auf sein Grundstück verlegt werden. „Im Rahmen der Dorf-Versorgung mit Wasser war das leider nicht machbar“, schildert Heinrich. Die Bewohner hatten ihn bei seinem Abschied jedoch darum gebeten. „Ich hatte zugesagt, den Erlös einer Veranstaltung dafür vorzusehen“, sagt er. Das Versprechen kann er nun einlösen.

Das Geld wird der Dürrröhrsdorfer anlässlich der Internationalen Tourismusmesse 2017 in Berlin übergeben. Und zwar an Mitarbeiter der Stiftung des Bergsteigers Reinhold Messner, der Messner Mountain Foundation. Sie haben die Bauarbeiten an der Wasserleitung vor Ort mit betreut. Bernd Heinrich wird bei der Messe am Stand von Gilgit/Baltistan als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Auch, um Touristen Tipps für eine mögliche Pakistan-Reise zugeben. „Das soll mein Beitrag zur Förderung des Tourismus in dem Land sein“, sagt Heinrich. Im vergangenen Jahr seien nur 5 300 Ausländer – inklusive Dienstreisende – und 57 Deutsche nach Pakistan gefahren. „Ich hoffe, auf diese Art etwas von der freundlichen Aufnahme in dem Land zurückgeben zu können.“