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Noch mehr Wohnmobile aus Neustadt

Capron expandiert und startet einen Erweiterungsbau. Einen Grund zum Feiern gibt es schon lange vor der Eröffnung.

© Steffen Unger

Von Katarina Lange

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Der Wohnmobilhersteller Capron in Neustadt nimmt weiter Fahrt auf. Das Unternehmen, das an der Berghausstraße angesiedelt ist, will expandieren. Auf dem Betriebsgelände soll eine neue Produktionshalle gebaut werden. Bis spätestens Mai werden die Arbeiten beginnen. Über ein Jahr sind die Bauleute vor Ort beschäftigt.

Der Start zu diesem Großprojekt wurde gestern mit einem symbolischen Spatenstich gefeiert. Diesen Job übernahm kein Geringerer als Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Zusammen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Jens Michel, Landrat Michael Geisler (CDU) und Neustadts Bürgermeister Manfred Elsner (FDP) griff er zum Spaten. Nicht zuletzt, weil der Freistaat das Vorhaben finanziell unterstützt. „Die Entwicklung von Capron ist eine Erfolgsgeschichte. Der Ausbau stärkt die Wirtschaft in Ostsachsen und das Autoland Sachsen“, sagte Tillich gestern.

Noch ist von der geplanten Halle nicht viel zu sehen. Sie entsteht direkt an der bestehenden Produktionshalle, und wird diese als Anbau vergrößern. Etwa 180 Meter lang und zwölf Meter breit wird der neue Trakt sein. Bevor die Wände hochgezogen werden können, ist aber noch viel zu tun. Das Außengelände muss vorbereitet werden. Ein etwa drei Meter hoher Erdwall, der neben dem Altbau steht, muss weggebaggert werden. Die Hälfte des Dammes ist bereits verschwunden. Der Rest folgt in den nächsten vier Wochen, wie Projektleiter Toni Pietsch erklärt. Auch die Asphaltstraße, die sich bisher um die Halle schlängelt, kommt weg. Sie macht Platz für den Erweiterungsbau.

Dieser soll sich nahtlos an die bestehende Produktionshalle schmiegen. Unter diesem Dach werden die einzelnen Caravans und Wohnmobile zusammengebaut. Die Fahrzeuge stehen dabei auf einer Art Fließband und fahren in Zeitlupengeschwindigkeit von einer Station zur nächsten. Das soll auch weiter so gehandhabt werden. „Nur, dass künftig ein zweites Montageband entstehen wird“, sagt Gunar Riedel, stellvertretender Werksleiter. Hier laufen bisher verschiedene Modelle der Marken Carado und Sunlight vom Band. Sie werden nicht nur deutschlandweit verkauft, sondern nach ganz Europa exportiert. Diese Palette wird durch die neue Halle weiter ausgebaut. „Capron wird dadurch eine neue Produktreihe bauen“, kündigt Gunar Riedel an. Details dazu sind noch nicht bekannt. Gunar Riedel verrät nur so viel: „Die neue Baureihe wird ebenfalls ein Einsteigermodell sein.“ Auf diese Sparte hat sich Capron in den letzten Jahren bereits konzentriert. Diese Strategie soll beibehalten werden.

Der Erweiterungsbau ist aber nicht nur für die laufende Produktion gedacht. In dem Objekt sollen zudem neue Büro- und Sozialräume für die Mitarbeiter entstehen. Diese Räumlichkeiten sind bisher mit in der Produktionshalle untergebracht – im Erdgeschoss.

Das wird sich ändern. Sie wandern in eine höhere Ebene. „Um noch mehr Platz für die Produktion zu haben“, wie Projektleiter Toni Pietsch erklärt. Die Zimmer sollen in einer Galerie genau zwischen Neu- und Altbau entstehen: Wie an einer Perlenschnur aufgereiht in einer zweiten Ebene. Rund 600 Quadratmeter sind für die Sanitär-, Büro- und Sozialräume verplant. Der Anbau bringt auch Veränderungen für den Lkw-Verkehr mit sich. Bisher werden die fertigen Wohnmobile über die Ausfahrt an der Berghausstraße abtransportiert. Die Laster rollen damit durch die Neustädter Innenstadt.

Um die Belastung für die Anwohner zu verringern, soll künftig die Zufahrt zur Kirschallee zur Hauptverkehrsader werden. Wann der Anbau fertig sein wird, das steht im Moment noch nicht fest. Mindestens ein Jahr ist für den reinen Bau vorgesehen. Dann geht es in der Halle weiter. Bis die Produktion beginnen kann, wird mindestens ein weiteres halbes Jahr vergehen.

Auch wenn die Eröffnung noch in weiter Ferne liegt, die Capron GmbH hat schon davor Grund zum Feiern. Voraussichtlich im April wird Reisemobil Nummer 25.000 gebaut. Pro Jahr verlassen etwa 5.000 Fahrzeuge das Neustädter Werk, in dem aktuell 285 Mitarbeiter beschäftigt sind.