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Noch nie so viele Briefwähler

Wer seine Kreuze schon vor dem Wahltag setzt, muss das nicht mehr begründen. Dadurch ändert sich das Wahlverhalten.

© Symbolbild/dpa

Von Cathrin Reichelt

Hartha. Die Tür zum kleinen Saal in der ersten Etage des Harthaer Rathauses steht offen. Der Raum hat vorübergehend eine andere Funktion. Dort hat die Stadt ihr Briefwahllokal eingerichtet. Betreut wird es von Mitarbeitern der Verwaltung. Sie wechseln sich ab, damit ihre eigentliche Arbeit nicht unter dem „Nebenjob“ leidet. In diesem Jahr wird die Briefwahl besonders stark genutzt.

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„So viele Briefwähler hatten wir noch nie“, sagt Heidrun Prudlo, die für die Wahlorganisation verantwortlich ist. Schon bevor das Briefwahllokal das erste Mal geöffnet hatte, „haben wir 400 Wahlunterlagen an Wahlberechtigte herausgegeben“. Bis zum Dienstagvormittag ist die Zahl auf 741 gestiegen. Auf dem Schreibtisch von Heidrun Prudlo liegen bereits die nächsten Umschläge bereit, um verschickt zu werden. „Obwohl es jetzt langsam knapp wird“, meint sie. Denn die ausgefüllten Wahlscheine müssten spätestens in vier Tagen wieder im Briefkasten der Verwaltung stecken. Oft seien es Frauen und Männer, die außerhalb arbeiten und auch am Wahltag nicht in Hartha sind, die sich die Unterlagen zuschicken lassen. Manche begründen ihre vorzeitige Wahl auch mit einem Urlaub. Doch eigentlich müssten sie das nicht. Die gesetzliche Pflicht zur Begründung der Briefwahl wurde bereits vor Jahren abgeschafft.

Die Mitarbeiter im Briefwahllokal haben gut zu tun. Auch bei Heidrun Prudlo klingelt immer wieder das Telefon. Die Fragen im Zusammenhang mit der Briefwahl reißen nicht ab. Deshalb ist sie auch überzeugt, dass die Zahl der Briefwähler am 24.  September letztendlich noch höher sein wird als zur Bundestagswahl im Jahr 2013. Damals machten 783 Wahlberechtigte bereits vorab ihre Kreuze. „Wer noch keine Wahlbenachrichtigung bekommen hat, kann sich jederzeit im Briefwahllokal melden“, so Heidrun Prudlo.

Am Wahltag sind alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung, einschließlich des Bauhofes, der Sekretärinnen der Schulen und der Mitarbeiterinnen in den Wahlbüros eingesetzt. Heidrun Prudlo hält an diesem Tag auch den Kontakt zum Statistischen Landesamt in Kamenz, wo alle Wahlergebnisse gesammelt und zusammengefasst werden.

Das Briefwahllokal im Harthaer Rathaus hat noch vom 20. bis 22. September täglich von 9 bis 12 Uhr sowie am 21. September auch von 13 bis 16 Uhr und am 22. September von 13 bis 18 Uhr geöffnet.