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Noch viel „Westgeld“ unter den Leuten

Kaufland bot seinen Kunden vier Wochen lang an, mit D-Mark zu bezahlen – und nahm in der Region mehr als 10000 Mark ein.

© Daniel Förster

Von Daniel Förster und Christian Eissner

Pirna/Neustadt. Wir starten ins 15. Jahr mit dem Euro. Im Januar 2002 knisterten die ersten neuen Scheine im Portemonnaie, klingelten die ersten neuen Münzen in den Kassen. Und trotzdem: Die gute, alte D-Mark ist noch im Umlauf und immer noch etwas wert. Wie eine am Sonnabend zu Ende gegangene Aktion in den drei Kaufland-Filialen der Sächsischen Schweiz zeigt, schlummern noch beträchtliche Summen Altgeld in den Haushalten.

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Immer wieder werden D-Mark-Bestände gefunden, hinter Schränken und in Schubladen verborgen, in alten Jacken und Taschen, zwischen Buchseiten und in längst vergessenen Geschenk-Umschlägen – oder sie werden bei Haushaltsauflösungen entdeckt. Das Jubiläum der Währungsumstellung war für die Handelskette Anlass, die D-Mark einen Monat lang als Zweitwährung anzunehmen. Vier Wochen lang konnten Kunden in sämtlichen Filialen mit Mark und Pfennig bezahlen und problemlos ihre alten Scheine oder Münzen loswerden.

Mehr Münzen als Banknoten

Und tatsächlich kramten in der Sächsischen Schweiz viele Kunden ihre Altgeldbestände hervor und brachten sie in die beiden Pirnaer Kaufland-Häuser in Copitz und auf dem Sonnenstein sowie ins Kaufland Neustadt. Das weckte Nostalgiegefühle beim Einkauf.

In den vier Wochen, in denen die Aktion lief, kam in der Sächsischen Schweiz „ein niedriger fünfstelliger Betrag“ zusammen, sagt Andrea Kübler von der zentralen Pressestelle der Kaufland-Gruppe. Konkrete Zahlen will das Unternehmen mit Sitz in Neckarsulm nicht nennen. Die Geschäftsleitung hätte entschieden, keine „Umsätze zu veröffentlichen“, so Kübler.

Auf Nachfrage verriet die Sprecherin wenigstens, dass die meisten D-Mark-Bestände im Kaufland Copitz in die Kassen geflossen seien und dass sie etwa die Hälfte der in der Sächsischen Schweiz eingenommenen D-Mark-Summe ausmachen. Die andere Hälfte sei etwa zu gleichen Teilen in den Filialen in Pirna-Sonnenstein und Neustadt einkassiert worden. Insgesamt hätten Kunden mehr mit Münzen bezahlt. Unter den Banknoten hätten sich erstaunlicherweise auch 50er- oder 100er-Scheine befunden. Dank moderner Software hatten die Kassen die Beträge zum unverändert gängigen Wechselkurs (1,95583 DM = 1 Euro) blitzschnell umgerechnet. Ihr Wechselgeld bekamen die Kunden in Euro und Cent zurück.

Aktion ist super gelaufen

Unterm Strich zeigt sich das Unternehmen über den Zuspruch der Aktion sehr zufrieden. „Es lief super“, sagt Andrea Kübler. „Die eingenommenen D-Mark-Beträge haben wir zur Bundesbank gebracht, sie sind dort in Euro umgetauscht worden.“ Damit hat die Firma ihren Kunden diesen Weg abgenommen. Denn nur die Deutsche Bundesbank tauscht noch das alte Geld. Die nächstgelegen Filialen in Sachsen sind in Leipzig oder Chemnitz. Im Vorjahr waren laut Bundesbank noch knapp 13 Milliarden D-Mark in Umlauf.

Allerdings lohnt es sich nicht wirklich, das Altgeld aufzubewahren, man bekommt heute einfach nicht mehr so viel dafür wie im letzten D-Mark-Jahr 2001. So kostete damals ein Kilopäckchen Diamant-Weizenmehl 1,12 Mark, heute bezahlt man 0,85 Euro dafür, also umgerechnet 1,66 Mark. Bei manchen Produkten wie Kaffee ist der Unterschied allerdings erstaunlich gering. Ein Pfund Jacobs Krönung kostete 2001 etwa 7,49 Mark. Diese Woche ist der Kaffee bei Kaufland für 3,99 Euro, also umgerechnet 7,80 Mark, im Angebot.