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Noch viel zu tun bis Olympia

Nach dem starken Auftakt-Wochenende in Kuusamo waren die Erwartungen an die deutschen Langläufer gestiegen. Doch in Lillehammer gab es einen Rückschlag.

© dpa

Gerald Fritsche

Lillehammer/Leipzig. Mit diesem Rückschlag hatte keiner gerechnet. Die deutschen Skilangläufer sind beim Weltcup im norwegischen Lillehammer in alte Muster verfallen. Nach dem starken Auftritt in Kuusamo konnte diesmal nur Nicole Fessel überzeugen. Über 10 Kilometer klassisch schaffte sie mit Platz 15 die halbe Olympia-Norm, beim achten Platz der Staffel lief sie an Position zwei ein couragiertes Rennen und betrieb damit Schadensbegrenzung. Zu den Siegerinnen Justyna Kowalczyk aus Polen und Norwegen waren die Abstände jedoch heftig.

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Gleiches gilt für die Männer, die in Tim Tscharnke über 15 Kilometer noch ihren Besten hatten. Er kam beim Sieg des Norwegers Paal Golberg als 18. ins Ziel. Die Staffel war in der kurzfristig zusammengestellten Besetzung Tscharnke, Axel Teichmann, Jens Filbrich und Thomas Bing nicht erstklassig und damit beim Sieg der Russen als Neunte überfordert.

„Es fehlt an Spritzigkeit und Wettkampfhärte“

„Es hat sich gezeigt, dass wir noch einiges an Arbeit vor uns haben. Es fehlt an Spritzigkeit und Wettkampfhärte. Zudem sind einige Athleten gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe. Wir werden jetzt in Davos nicht alle laufen lassen, sondern beispielsweise Tobias Angerer, Hannes Dotzler oder Jens Filbrich ins Aufbautraining schicken“, sagte Bundestrainer Frank Ullrich.

Die Rückschläge wollte er nicht überbewerten. „Die Männer-Staffel war so nicht geplant. Durch den krankheitsbedingten Ausfall von Angerer und Dotzler mussten wir umplanen. Dass da nicht alles so läuft, wie erhofft, ist verständlich“, sagte Ullrich. Filbrich musste auf der ungewohnten Position drei laufen und hatte gegen Spitzenleute wie Alexander Legkow (Russland), Martin Sundby oder Sur Roethe (beide Norwegen) keine Chance. Auch Teichmann fühlte sich an diesem Wochenende nicht in Form („Der tiefe Schnee hat meine schlechten Leistungen etwas kaschiert“).

Bei den Damen war im einzigen Staffel-Rennen vor Olympia bereits unmittelbar nach dem Start alles gegen das deutsche Quartett mit Denise Herrmann, Fessel, Katrin Zeller und Claudia Nystad gelaufen. Herrmann hatte einen ganz schlechten Ski, kam praktisch keinen Anstieg hoch. „Ich musste immer durch den Tiefschnee, bin überhaupt nicht vorwärtsgekommen“, klagte die Sächsin, von der Ullrich aber einiges erwartet. „Denise hat das Zeug, mitzumarschieren. Ich glaube, dass diese Staffel das Potenzial hat, um einen Podestplatz mitzukämpfen. Die Mädels werden sich in den nächsten Rennen weiterentwickeln und ihre Topform finden“, kündigte der Bundestrainer an. (dpa)