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Nomos verlängert Uhrenmeile

Das Geschäft läuft gut. Deshalb will der Glashütter Hersteller weiter wachsen – im Nachbarort.

© Foto: Nomos

Von Maik Brückner

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Glashütte. Eine weitere Schlottwitzer Brache verschwindet. Da, wo jetzt noch alte Betonplatten liegen, zwischen denen Gras herauswächst, wird bald ein modernes Produktionsgebäude stehen. Das ist zumindest der Plan, den Uwe Ahrendt hat.

Der Glashütter ist Geschäftsführer des Uhrenherstellers Nomos und schwimmt seit einigen Jahren auf Erfolgskurs. Die Uhren seiner Firma räumen nicht nur bei den Uhrenwettbewerben ab. Sie heimsen auch viele wichtige Designerpreise ein. Und das alles bleibt nicht ohne Folgen. Nomos-Uhren verkaufen sich bestens – und das seit Jahren. Nach eigenen Angaben ist die Firma beim Verkauf von Uhren in der Preisspanne zwischen 1000 und 5000 Euro inzwischen Marktführer in Deutschland.

Um die Kundenwünsche zu erfüllen, hat Nomos in den letzten Jahren seine Produktionsfläche erweitert. Bisher immer nur in kleinen Schritten.Nun reicht der Platz schon wieder nicht. „Wir haben uns zunächst in Glashütte umgeschaut“, erzählt Uwe Ahrendt. So versuchte er , sich in die Betriebsstätte der pleitegegangenen Uhrenfirma C.H.Wolf einzumieten. Allerdings wurde er sich nicht mit den Besitzern der Immobilie handelseinig. Auch an anderen Stellen hatte Nomos kein Glück.

„Wir hatten schon länger einen Plan B“, sagt der Nomos-Chef. Und der hieß Schlottwitz. Der Ort gehört zur Stadt Glashütte. Das ist Ahrendt wichtig wegen der Einhaltung der Glashütte-Regel. Diese schreibt vor, dass über 50 Prozent der Wertschöpfung am Uhrwerk in Glashütte entstehen müssen, will man den Namen der Stadt auf dem Ziffernblatt als Zeichen nutzen. Nomos hält diese Regel streng ein und möchte das auch in Zukunft tun. Der Neubau in Schlottwitz wird das nicht gefährden.

Die Pläne für Schlottwitz sind schon sehr weit. Der etwa 1,5 Millionen Euro teure Bau soll unmittelbar an der Müglitztalstraße zwischen dem neuen Netto-Markt und dem Firmengelände der Firma Zimmermann entstehen. Nomos will ihn „ökologisch korrekt und möglichst hübsch“ errichten. Deshalb soll die Fassade zum Beispiel mit Holz gestaltet werden. Der hallenförmige Bau wird eine Größe von 1000 Quadartmetern haben. Damit schafft sich Nomos Raum für weitere Maschinen und Anlagen. Generell will die Firma hier ihre Fräserei, die Dreherei, die Feinbearbeitung sowie alle damit zusammenhängenden Abteilungen wie die Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung unterbringen. Damit soll die Arbeit für alle hieran Beteiligten einfacher werden. Ahrendt geht davon aus, dass zwischen 40 und 45 Mitarbeiter in Schlottwitz arbeiten werden.

Bisher lief es für Nomos wie geschmiert. Sowohl der Schlottwitzer Ortschaftsrat als auch der Technische Ausschuss der Stadt haben grünes Licht gegeben. Die Stadt begrüßt die Lösung ausdrücklich, sagt Bürgermeister Markus Dreßler (CDU). Man finde, dass der „Standort sehr gut“ passe. Stimmt das Landratsamt zu, könnte die Firma im Spätsommer den ersten Spatenstich setzen. „Vielleicht können wir unsere Weihnachtsfeier schon in Schlottwitz feiern“, sagt Ahrendt. Er sei zuversichtlich, dass zum Beginn des neuen Jahres sowohl die Mitarbeiter als auch die Maschinen vom einstigen Glashütter Bahnhof nach Schlottwitz umziehen können.

Mit der Erweiterung dürfte Nomos viele überrascht haben. Denn die Firma hat sich schon vor längerer Zeit ein Filetgrundstück in Glashütte gesichert, die Fläche zwischen dem früheren Kulturhaus und dem Restaurant Drogerie. „Wir planen auch hier weiter“, sagt der Nomos-Chef. Allerdings wird dieser Bau um ein Vielfaches teurer sein als die Halle in Schlottwitz. Deshalb gehe man hier behutsamer vor. „Wir sind kaufmännisch vorsichtig“, erklärt er und verweist auf die schwierige Lage am Uhrenmarkt, von der bisher vor allem die schweizerische Uhrenindustrie betroffen ist. Sie musste Umsatzrückgänge hinnehmen. Bei Nomos ist das zurzeit nicht der Fall. „Seit Jahresbeginn haben wir ein zweistelliges prozentuales Plus“, sagt er. Nach wie vor verkaufen sich die Uhren auf dem Hauptmarkt Deutschland, in Großbritannien und im restlichen Europa sowie in Nordamerika sehr gut. Doch man könne nie wissen. Deshalb zieht es Nomos vor, in kleinen Schritten zu wachsen.