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Chemnitz

Ex erstochen, Angeklagter schweigt

Die Frau wurde tückisch mit vielen Messerstichen im Schlaf umgebracht. Vor dem Landgericht Chemnitz muss sich jetzt deshalb ihr früherer Partner verantworten. 

© Symbolfoto: Imago

Weil er seine Ex-Freundin im Schlaf mit einem Küchenmesser erstochen haben soll, steht ein 32-Jähriger seit Donnerstag in Chemnitz vor Gericht. Laut Anklage soll er in der Nacht zum 8. Oktober 2018 die 31 Jahre alte Lehrerin mit mindestens 14 Messerstichen in Hals und Nacken getötet haben. Dies sei in "absoluter Tötungsabsicht" geschehen, hieß es in der Anklageschrift. Die Frau starb noch am Tatort an ihren schweren Verletzungen.

Zum Auftakt des Mordprozesses machte der Deutsche vorerst keine Angaben zur Tat. Er werde aber im Verlauf der Verhandlung eine Erklärung abgeben, sagte sein Rechtsanwalt. Gegenüber der Polizei hatte er die Tat eingeräumt. Der Angeklagte war noch in der Wohnung seiner Ex-Freundin festgenommen worden, zu der er zu diesem Zeitpunkt einen Schlüssel besaß. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

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Der Mann schilderte die Beziehung vor dem Landgericht Chemnitz als harmonisch, nach einer kurzzeitigen Trennung im Jahr 2016 aber als etwas distanziert. Das Paar hatte sich demnach während des Studiums in Chemnitz kennengelernt. Mit der endgültigen Trennung unmittelbar am Nachmittag vor der Tat habe er nicht umgehen können, sagte der studierte Historiker, der zuletzt als Sachbearbeiter tätig war. Er habe in seinem eigentlichen Beruf nicht Fuß fassen können und sei zwei Jahre arbeitslos gewesen. In dieser Zeit habe er auch an Suizid gedacht.

Die Getötete hatte demnach Angst, dass der Mann sich im Falle einer Trennung etwas antun könnte, sagte die Schwester. Eine konkrete Drohung habe er jedoch nicht ausgesprochen. Ihre Schwester habe den Angeklagten auch gebraucht, um ihre Tochter aus einer vorangegangenen Beziehung zu betreuen. "So richtig glücklich ist sie mir aber nicht vorgekommen", so der Eindruck der Zeugin.

Der Prozess wird am 23. April fortgesetzt. Bis Mitte Mai sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. (dpa)