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Notlandung im Rapsfeld

Wegen eines Gewitters musste ein Segelflieger seinen Flug bei Weickersdorf abbrechen. Hilfsbereite Dorfbewohner waren sofort zur Stelle.

© Werner Bensch

Weickersdorf. Mittwochnachmittag kam der lang ersehnte Regen, begleitet von einem Gewitter. Werner Bensch und seine Frau saßen vor ihrem Haus in Weickersdorf, als sie plötzlich sahen, dass auf dem Feld hinter dem Haus ihrer Nachbarn ein Segelflugzeug landet. „Mein Nachbar und ich rannten sofort los, um zu schauen, ob Hilfe nötig ist“, berichtet Werner Bensch der SZ. Aus etwa 100 Meter Entfernung sahen sie den Piloten vor dem notgelandeten Flugzeug stehen. Der Weickersdorfer rief ihm zu, ob alles in Ordnung sei. Der Pilot hob darauf hin den Daumen – Glück gehabt, alles gut gegangen. Da das zwischen Weickersdorf und der ehemaligen „Linde“ bei Bischofswerda gelegene Rapsfeld schon abgeerntet war, fand der Pilot einen geeigneten Platz zum Landen. Trotz der Stoppeln auf dem Feld habe das Flugzeug nicht einen einzigen Kratzer abbekommen, sagte Werner Bensch.

Pilot war auf Dreiecksflug

Aufgrund des heranziehenden Regens bot er dem Piloten an, sich bei ihm unterzustellen. Das tat er dann auch. Zeit, seine Geschichte zu erzählen, doch als Erstes die Polizei anzurufen. Da auch andere die Notlandung gesehen haben sowie Polizei und Rettungsdienst informiert haben könnten, ist das notwendig, um mitzuteilen, dass alles in Ordnung ist, also weder Rettungsdienst noch Feuerwehr ausrücken müssen. Der Pilot stammt aus Bielefeld. Er macht Urlaub in Nardt bei Hoyerswerda, wo er am Mittwoch gegen 10.30 Uhr zu einem sogenannten Dreiecksflug gestartet war. Das heißt, drei voneinander recht weit entfernte Orte müssen angesteuert werden. In diesem Fall führte die Route erst ins Erzgebirge, danach in Richtung Polen und schließlich wieder zurück nach Nardt. Der Pilot war auf dem Rückflug, als er nach viereinhalb Stunden vom Gewitter überrascht wurde und in dem Bischofswerdaer Ortsteil notlanden musste. Seit sieben Jahren hat er die Pilotenlizenz, erfuhren Werner Bensch und seine Frau in der einen Stunde, in der sie dem Mann Schutz boten. Sie stellten manche Frage. Auch, wohin ein Segelflieger bei einem so langen Flug geht, wenn er mal muss. Für diesen Fall gebe es spezielle Plastiktüten, erfuhren sie.

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Erneut starten konnte der Pilot natürlich nicht. Er ließ sich mit Pkw und Spezialanhänger abholen. „In etwa einer halben Stunde war das Flugzeug zerlegt und verstaut“, sagt Werner Bensch. Der Beginn einer neuen Freundschaft? Wohl nicht. „Wir haben die Adressen nicht ausgetauscht“, sagt der Weickersdorfer. (SZ/ir)