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Notumfahrung für den Gleisbau

Wenn die Bahn baut, müssen die Autos über die Wiese. Dafür wird in Wehlen eine Schotterpiste aufgeschüttet.

© Daniel Schäfer

Von Nadine Franke

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Sächsische Schweiz. Kaum sind die Osterfeiertage vorbei, wird im Elbtal gebaut: Am 3. April beginnt die Deutsche Bahn mit der Gleiserneuerung zwischen Kurort Rathen und Obervogelgesang. Baubeginn ist 1 Uhr nachts. Die Arbeiten dauern bis zum 10. Mai an. Es ist bereits die dritte Baumaßnahme seit 2016. Zuletzt war der Zugverkehr im November vergangenen Jahres wegen Bauarbeiten eingeschränkt. Die Bahn baut auch dieses Mal an mehreren Stellen gleichzeitig, um die Störung der Anwohner so gering wie möglich zu halten und die Arbeiten schnell zu beenden. Für Touristen wird die Anreise zum Saisonstart allerdings schwierig. Die S-Bahn-Route wird teilweise durch Schienenersatzverkehr bedient.

Sperrung an zwei Stellen wird angekündigt
In Stadt Wehlen wird die Eisenbahndurchführung am Rathener Weg tagsüber vollständig gesperrt. Nachts soll die Straße jedoch passierbar bleiben.

Doch nicht nur die Gleise, sondern auch die Bahnhofsstraße in Pötzscha ist von den sechswöchigen Bauarbeiten betroffen. Die Pressestelle der Deutschen Bahn teilt mit, dass sich die Sperrung der Straße nicht vermeiden lässt. Es werden dort über 100 Meter Bohrträgerwände aufgebaut und diverse Beton- und Böschungsarbeiten durchgeführt.

Umleitung über einen Schotterweg
Im Naturschutzgebiet wird für die Anwohner der Bahnhofstraße eine Notumfahrung gebaut. Sie entsteht direkt an der Elbe. Teilweise besteht dort schon ein Fahrradweg, an anderen Teilen muss Schotter aufgeschüttet werden, damit die Fahrzeuge den Weg passieren können. Bedenken seitens der Stadt, dass sich der Weg durch geschütztes Gebiet zieht, gibt es nicht. „Das wird natürlich hinterher alles zurückgebaut“, sagte Bürgermeister Klaus Tittel (CDU) auf der jüngsten Stadtratssitzung. Die Umleitung wird schließlich über die Wiese bis zur Dampfschiffstraße führen. Ab dieser Stelle kann die Bahnhofstraße wieder befahren werden, um den Bahnübergang zu erreichen. Die Ausnahme bilden der 17., 20. und 22. April. Da wird der Bahnübergang gebaut. Lediglich Rettungsfahrzeuge werden die Gleise kreuzen können. Es ist seitens der Bahn eingeplant, dass die Arbeiten dafür unterbrochen werden können. Fußgänger und Radfahrer müssen hingegen die Fußgängerunterführung am Haltepunkt Wehlen nutzen. Für die Autos wird an diesen Tagen wieder die Eisenbahnunterführung nutzbar.

Neues Warnsignal statt lautes Tröten
Für die Bauarbeiten wird es auch eine Neuerung geben. Das laute Tröten, das die Arbeiter an den Gleisen vom nahenden Bahnverkehr warnen soll, wird sich reduzieren. „Auf dieser Teststrecke sollen die Hupen ausbleiben. Stattdessen geht alles über Transponder, da wird gleich alles gestoppt“, sagte Tittel. Die DB Netz AG setzt erstmals ein Sicherungsverfahren ein, bei dem das ATWS (Automatic Track Warning System) mit einer schnell montierbaren, festen Absperrung kombiniert wird. Früher musste eine kilometerlange Kette aus Warnsignalen aufgestellt werden. Im Elbtal werden sie direkt auf den Maschinen montiert. Damit ist das häufige, laute Ankündigungssignal hinfällig. Das bedeutet zumindest etwas weniger Lärm für die Anwohner. Außerdem wird versucht, auf die Nachtarbeiten zu verzichten, sagt Tittel. Die Arbeiten sollen hauptsächlich zwischen 7 und 22 Uhr stattfinden.