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Nowitzki an der Konsole

Ein 22-jähriger Deutscher zockt Basketball per Videospiel und tut das wie der Superstar in Dallas.

© dpa/Michelle Farsi/NBAE/NBA 2K League

Von Florian Lütticke

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Auf dem Videospiel-Bildschirm ist Jannis Neumann drei Zentimeter größer als Dirk Nowitzki. Beim gemeinsamen Treffen in Dallas schaute aber auch er zum Superstar auf. Wie Nowitzki spielte der 22-Jährige in der vergangenen Saison Basketball bei den Mavericks – an der Konsole. Dabei erfüllte sich für den einzigen deutschen E-Sportler in der NBA 2K League auch der Traum von einem längeren Schwatz in der Trainingshalle mit seinem Vorbild.

„Das war ein Höhepunkt. Ich bin über ihn zum Basketball gekommen“, betont der Dinslakener. „Ich wusste, dass er mit dem Gaming nicht so viel am Hut hat. Daher war ich überrascht, dass Dirk super interessiert an der Sache war. Er hat gesagt, wenn er Zeit hätte, würde er mich auch noch schnell auf der Konsole abziehen.“

Von Mai bis August fand die erste Saison im Konsolen-Basketball statt. 17 Mannschaften, die alle zu echten NBA-Teams gehören, nahmen teil. Sechs Spieler stehen in einer Mannschaft. Neumann schaffte als 2,16 Meter großer Center namens „JLB“ über ein weltweites Auswahlverfahren den Sprung nach Dallas. „Es ist schon unglaublich, wenn man sein Hobby zum Beruf macht – irgendwie surreal.“

Der Trainingsplan liest sich ähnlich wie bei Sportlern, die auf dem Parkett stehen. Acht bis neun Stunden pro Tag, Tests gegen andere Teams, Gegneranalyse, Einstudieren neuer Spielzüge. „Es hat super Spaß gemacht. Es ist ein Riesenunterschied, ob man alleine zu Hause spielt und nur über das Headset spricht, oder mit allen zusammen in einem Raum sitzt.“ 28 000 Euro hat jeder Spieler erhalten, der wie Neumann nach der ersten Runde ausgewählt wurde. Dazu kommen Prämien für Erfolge bei Turnieren oder in den Play-offs.

Nach einem starken Saisonstart verpassten die Mavericks die K.-o.-Runde. Neumann spricht von „teaminternen Problemen“. Für eine zweite Saison in den USA muss er jetzt erneut Teile des Auswahlverfahrens, das am vergangenen Freitag begann, überstehen. Dabei sollen sich wie im wahren Basketball auch die E-Sportler weiterentwickeln. Jedes Jahr erscheint eine neue Variante des Videospiels, in der sich Nuancen ändern. „Es ist wichtig, am Ball zu bleiben“, sagt Neumann. (dpa)