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Nünchritz sieht sich abgehängt

Die Pläne für den Wegfall von drei Stopps des Saxonia-Express’ sorgen in den betroffenen Gemeinden für Wirbel. Die Bürgermeister sind überrascht.

„Eigentlich hatten wir gehofft, künftig in einem halbstündigen Takt angebunden zu werden“ – Bürgermeister Gerd Barthold. © Sebastian Schultz

Riesa/Glaubitz/Nünchritz. Die Hauptbetroffenen sind überrascht: Weder im Glaubitzer noch im Nünchritzer Rathaus kannte man bislang die Planungen des Verkehrsverbunds VVO, den Regionalexpress Dresden-Leipzig durch den Wegfall von drei Haltepunkten künftig schneller zu machen (SZ vom Donnerstag). Das träfe im Raum Riesa die Gemeinden Glaubitz und Nünchritz; außerdem Niederau bei Meißen.

„Der RE-Haltepunkt spielt für unseren Ort eine sehr wichtige Rolle“, sagt Lutz Thiemig (parteilos), Bürgermeister von Glaubitz. Sowohl in Richtung Dresden als auch in Richtung Riesa würden Berufstätige den Halt sehr rege nutzen – außerdem Aus- und Einpendler. „Er spielt auch für den Schülerverkehr, insbesondere nach Riesa, eine Rolle“, sagt Thiemig. Nun sehen die Planungen des VVO vor, im Gegenzug zum dann durchfahrenden RE eine zusätzliche Regionalbahn-Linie einzuführen, die dann auch in Nünchritz und Glaubitz halten würde. Wäre das für Glaubitz eine Alternative? „Wenn die geplante RB-Linie im gleichen Takt fährt, ja, ansonsten nein“, sagt Thiemig.

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Pläne wären Rückschlag für Pendler

Sein Nünchritzer Amtskollege Gerd Barthold (CDU) sieht das deutlich kritischer. „Wir werden dadurch vom direkten Anschluss nach Leipzig abgehangen.“ Denn die geplante zusätzliche RB-Linie soll nur von Dresden bis Riesa verkehren, nach Leipzig müsste man dann in Riesa umsteigen. „Da kann man auch gleich das Auto nehmen“, ärgert sich Barthold. Dabei habe man in Nünchritz 150 Jahre drauf warten müssen, überhaupt einen Haltepunkt an der Bahnlinie Dresden-Leipzig zu bekommen, die direkt durch den Ort führt.

„Eigentlich hatten wir gehofft, künftig in einem halbstündigen Takt angebunden zu werden“, sagt der Bürgermeister. Nicht nur zahllose Wacker-Mitarbeiter würden hier ein- und aussteigen, auch Pendler Richtung Mannesmann, die mit dem Fahrrad weiter fahren. Zudem Gymnasiasten, Berufsschüler, Studenten. „Wir haben sogar Familien hier, die extra in Nünchritz gebaut haben – weil ein Partner in Leipzig arbeitet und der andere in Dresden.“ Sollten die Pläne umgesetzt werden, sei das kein gutes Zeichen für den ländlichen Raum.

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