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Nürnberg sei Dank

Dreimal in Folge gewinnt RB Leipzig kein Spiel, kann am Sonntag aber dennoch im eigenen Stadion aufsteigen.

Von Anne Grimm

Der Sekt für den Bundesliga-Aufstieg bleibt kalt gestellt: RB Leipzig wurde für das ernüchternde 1:1 gegen Arminia Bielefeld nicht bestraft und kann schon am Sonntag sein großes Ziel erreichen. Verfolger 1. FC Nürnberg verlor in Braunschweig und steht zwei Spieltage vor Saisonende weiterhin fünf Zähler hinter den zweitplatzierten Rasenballern. „Ich habe der Mannschaft in der Kabine direkt nach dem Spiel gesagt, dass es nach Freiburg nur noch eine andere Mannschaft gibt, die es aus eigener Kraft schaffen kann. Nämlich wir“, sagte Trainer Ralf Rangnick.

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Mit Zuschauern in die neue Saison
Mit Zuschauern in die neue Saison

Der Dresdner SC wird am 21. September mit einem Testspiel gegen Schwarz-Weiß Erfurt das Team für die neue Saison präsentieren.

Um im nächsten Anlauf ganz sicher die Korken knallen zu lassen, braucht RB am kommenden Sonntag gegen den Karlsruher SC nach drei Partien ohne Dreier endlich einen Sieg. „Wir haben wieder eine normale Woche vor uns. Danach haben wir immer über 90 Minuten ein gutes Spiel gemacht“, kündigte Coach Rangnick an. Die kurze Pause zwischen dem Montagsspiel in Kaiserslautern und der Freitagspartie gegen Bielefeld machte der 57-Jährige als einen Grund dafür aus, warum sein Team nach dem Ausgleich der Arminia in der letzten Phase des Spiels nicht noch einmal mit aller Wucht zurückschlug.

Dabei dürfte die entscheidende Frage für den nächsten Matchball im heimischen Stadion sein: Kann die junge Truppe mit dem großen Aufstiegsdruck und den hohen Erwartungen umgehen? Gegen Bielefeld spielte das Team zu Beginn angesichts von Motivationsvideos, Ansprachen und Fan-Choreografie noch wie im Rausch, doch die Euphorie schlug spätestens beim Ausgleich in der 60. Minute in Angst um.

Erneut ließ sich RB von nur einem Gegentor aus der Bahn werfen. „Man hat schon gemerkt, dass wir dann ein paar Gedanken zu viel im Kopf hatten und uns das Leben durch eigene Fehler selbst schwer gemacht haben“, beschrieb Dominik Kaiser die Situation nach dem 1:1 und gab zu: „Da haben wir einen leichten Knacks davongetragen.“

Doch der Kapitän ist überzeugt, dass die Nervenstärke für den Endspurt da ist: „Wir haben genug Qualität in den vergangenen Monaten gezeigt, um dem Druck, den wir jetzt haben, standzuhalten.“ Stürmer Yussuf Poulsen meint: „Der Druck für Nürnberg ist viel größer als für uns. Aber das ist auch egal. Solche Fehler, wie wir sie gegen Bielefeld gemacht haben, dürfen uns in Zukunft nicht passieren.“

Kaiser fordert für die letzten zwei Partien, endlich mal wieder die Null zu halten, das gelang den Leipzigern nun schon seit neun Spielen nicht. „Das müssen wir abstellen, und dann werden wir vor vollem Haus gegen den KSC gewinnen“, powert Kaiser. Leipzig würde mit dem Erfolg nach 22 Jahren Abstinenz wieder auf die große Fußballbühne zurückkehren. (dpa)