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Nun hat auch Neukirch seine Glühweintasse

Für den Dresdner Striezelmarkt arbeitet die Töpferei Kannegießer bereits das vierte Jahr. Jetzt kommen auch Abnehmer aus dem eigenen Ort dazu.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

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Neukirch. Keramik schlägt Einwegbecher. Ihren Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt können die Neukircher und Gäste der Oberlandgemeinde in diesem Jahr erstmals aus bordeauxroten Keramiktassen genießen. Auf der einen Seite wird man „15. Neukircher Weihnachtsmarkt. Rittergut 2018“ lesen. Auf der Seite gegenüber ist der Valtenbergturm abgebildet. Zudem besitzt die Tasse ein nettes Detail: einen kleinen Zapfen, der in den Henkel eingearbeitet wurde. Das Neukircher Unternehmen Kannegießer Keramik stellt die Tassen für den Weihnachtsmarkt im eigenen Ort her. Der Kulturförderverein, unter dessen Schirmherrschaft der Markt stattfindet, orderte im ersten Jahr 800 Stück. Zum Pfandpreis von drei Euro werden die Tassen am ersten Wochenende im Advent ausgegeben, sagt Vereinsvorsitzender Jens Riedel.

Die Neukircher Traditionstöpferei hat seit mehreren Jahren Erfahrungen in der Produktion von Glühweintassen. Im Jahr 2015 schlug sie die Konkurrenz aus Asien und gewann für mehrere Jahre die Ausschreibung für die Belieferung des Dresdner Striezelmarktes. In diesem Jahr produziert die Firma weitere 50 000 Tassen für einen der bekanntesten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Es folgten weitere Abnehmer in Pulsnitz und Herrnhut. In diesem Jahr kommen noch zwei weitere Kunden hinzu: Für den Historischen Weihnachtsmarkt im Dresdner Stallhof stellen die Neukircher 20 000 Tassen her. 1 000 Tassen orderten die Veranstalter eines Marktes in Neuzelle bei Berlin. „Damit produzieren wir in diesem Jahr insgesamt 71 800 Glühweintassen“, sagt Firmenchef Andreas Kannegießer.

Jens Riedel und Ute Eckhardt vom Kulturförderverein entwarfen die Neukircher Glühweintasse gemeinsam mit dem Töpfermeister. In der vergangenen Woche gab es den ersten Probebrand. Zur Glühweinprobe am 1. Dezember, dem Vorabend des Neukircher Weihnachtsmarktes, werden die Tassen erstmals befüllt. Zur „Probe“ am Sonnabendabend wird an vier, zum Weihnachtsmarkt am Sonntag an zehn Ständen Glühwein verkauft. Mindestpreis pro Becher: zwei Euro.“ Jeder Händler entscheidet selbst, welchen Glühwein er ausschenkt“, sagt Jens Riedel. Am Stand des Kulturfördervereins wird es, wie bereits im vergangenen Jahr, Wein aus der Partnergemeinde Bönnigheim sein.

Auch Becher erlaubt

Es gibt in Neukirch allerdings keinen Zwang, den Glühwein in Keramiktassen auszuschenken. Plastebecher bleiben erlaubt, zumal die erste Marge von 800 Stück wahrscheinlich nicht ausreichen wird. „Wir wollen damit eine neue Tradition begründen“, sagt Jens Riedel. Auch in den nächsten Jahren soll es eine Neukircher Glühweintasse aus dem Hause Kannegießer geben – dann möglicherweise in größerer Stückzahl und sicherlich mit einem anderen Motiv. Kirche und weitere Neukircher Ansichten könnten in den kommenden Jahren dem Valtenbergturm folgen, stellt Jens Riedel in Aussicht. – Schüler und Eltern der Neukircher Oberschule „Am Valtenberg“ werden am Weihnachtsmarkt-Wochenende für einen schnellen Umlauf der Tassen sorgen. „Für den Transport zwischen den Glühweinständen und der Spülmaschine in der Festscheune bekommen wir die echten Striezelmarktkisten“, freut sich Jens Riedel. Jeweils 28 Tassen finden darin Platz. Foto: Steffen Unger