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Nur Indizien gegen den Wolf

Im Januar wurden bei Mittelsaida zwei Rehkitze getötet. Im Verdacht stand das Raubtier. Jetzt wurde genauer untersucht.

© Volker Heiling/Archiv

Von Astrid Ring

Eine eindeutige Erklärung dafür, ob ein Wolf die beiden Kitze gerissen hat, die im Januar bei Mittelsaida gefunden wurden, können die Jäger nicht geben. „Es bleibt bei der bekannten Einschätzung, dass es zu 50 Prozent ein Wolf, aber ebenso ein Hund gewesen sein kann“, fasst Heinz Baacke, Vizepräsident des Landesjagdverbandes, die jüngsten Ergebnisse der Untersuchungen zusammen.

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Vergangene Woche hatten sich die Jäger zur Weiterbildung in Tharandt getroffen. Sie untersuchten laut Heinz Baacke das zweite getötete Rehkitz, das man seinerzeit weitgehend unberührt eingefroren hatte. Neben einem theoretischen Teil ging es nun auch um die genaue Bestimmung der Verletzungen an diesem toten Kitz und mögliche Verursacher. „Das Kitz wurde nach äußeren Einwirkungen wie Bisse und Kratzspuren untersucht“, erläuterte Heinz Baacke. „Der Biss liegt von seinen Merkmalen und der Größe der Eckzähne her zwischen einem Hund und einem Wolf“, erläuterte er. Das sei nicht konkreter einschätzbar. Eine genetische Probe könne von dem Reh jedoch nicht mehr entnommen werden, das sei nur innerhalb von 24 Stunden nach Tötung des Tieres möglich. Letztendlich ungeklärt bleibe die Frage, wer die beiden Kitze im Januar gerissen hat.

Fest steht laut Heinz Baacke jedoch, dass es ein Fuchs nicht gewesen sein könne, da die Abstände seiner Eckzähne kleiner seien als die eines Hundes oder Wolfes. Die Genprobe des anderen getöteten Rehkitzes, die nach dem Fund der Tiere vom Institut für Forstzoologie der TU Dresden analysiert wurde, hatte keine Hinweise auf eine Beteiligung von Wölfen gebracht. Darüber hatte der Sprecher das sächsischen Umweltministeriums Frank Meyer informiert. Es seien aber genetische Spuren eines Fuchses festgestellt worden. „Der Fuchs kann sich als Nachnutzer an den Tieren zu schaffen gemacht haben“, sagt Baacke. Demzufolge könnten eventuell vorhandene Wolfsspuren von denen des Fuchses überlagert worden sein.

Das Thema Wolf wurde auch in der Mitgliederversammlung der Jägerschaft Brand-Erbisdorf diskutiert, sagte Bernd Donath, Vorsitzender der Jägerschaft. Allerdings seien nur 38 der 108 Verbandsmitglieder anwesend gewesen. „Die Jäger lehnen unter den derzeitigen Bedingungen die Ausbreitung des Wolfes ab“, sagte Donath. Durch den Wolf werde das Wild dezimiert, die Jäger aber zahlten hohe Pachtbeträge und wollten ebenso Wild in den Revieren erlegen.