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Ungesühnter Taschendiebstahl

Nur jeder zehnte Delikt wird aufgeklärt. Trotz der niedrigen Quote steht der Freistaat damit bundesweit fast an der Spitze.

© Robert Michael (Symbolbild)

Von Tobias Wolf

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Dresden. Taschendiebe sind im Freistaat am liebsten in der Stadt unterwegs, den ländlichen Bereich lassen sie links liegen. Das geht aus einer Studie des Leipziger Internetportals shopping.de hervor, die sich auf offizielle Zahlen der Polizei stützt. Betrachtet werden dabei bundesweit rund 400 Städte und Kreise für das Jahr 2016. Im Ländervergleich liegt Sachsen bei der Häufigkeit von Taschendiebstählen auf Platz 8.

Den Negativrekord hält Leipzig mit 286 Taten je 100 000 Einwohner. Das ist gut dreimal so viel wie der Bundesdurchschnitt und bringt die Handelsstadt auf Rang 25 der Tabelle. In Dresden wurden insgesamt 1 041 Taschendiebstähle registriert. Das sind 191 Diebstähle je 100 000 Einwohner und damit mehr als doppelt so viele wie im Bundesschnitt. Die Landeshauptstadt teilt sich diesen Wert mit Offenbach am Main und Trier und kommt auf Rang 44.

Die Tendenz ist jedoch positiv. Gegenüber dem Vorjahr haben Taschendiebstähle in Dresden um ein knappes Siebtel abgenommen. Im Nachbarkreis Meißen sogar um mehr als die Hälfte. Chemnitz landet mit 127 registrierten Diebstählen je 100 000 Einwohner auf Platz 76. Damit dürfen sich Großstädter in Sachsen aber noch glücklich fühlen. Angeführt wird die Tabelle von Düsseldorf mit gut 1 300 Taschendiebstählen pro 100 000 Einwohner. Das ist mehr als 14-mal so viel wie der Schnitt. In Berlin wurden insgesamt sogar fast 45 000 Fälle angezeigt, ebenfalls eine Quote wie in Düsseldorf.

Dass Diebe vor allem in Großstädten und Ballungszentren zuschlagen, hat seine Gründe, erklärt Marko Laske von der Polizeidirektion Dresden. „In der Landeshauptstadt sind viele Touristen unterwegs, die sich Sehenswürdigkeiten angucken“, sagt er. „Viele sind deshalb abgelenkt und achten nicht auf ihre persönliche Habe, vor allem im Gedränge.“ Das nutzten Diebe für ihre Taten aus. „Menschenmassen locken Diebe an“, so Laske.

Die meisten Taschendiebe sind nichtdeutscher Herkunft. Ihr Anteil liegt bei 76 Prozent. Von den Tätern mit Migrationshintergrund stammen bundesweit gut 40 Prozent aus Osteuropa, ein Drittel aus den Maghreb-Staaten und etwa ein Zehntel aus dem Nahen und Mittleren Osten. Der größte Teil der Straftaten wird ohnehin nicht aufgeklärt. Bei den Tabellenführern Düsseldorf und Berlin sind es fünf Prozent der Fälle. Hier glänzt Sachsen im Bundesländer-Ranking. Jeder zehnte Taschendiebstahl wird hierzulande aufgeklärt. Das reicht nach Niedersachsen und Bremen für Platz drei.

Sichere Grenzregionen

Am sichersten sind im Freistaat ausgerechnet die Grenzregionen. So liegt der Erzgebirgskreis mit 14 Taschendiebstählen je 100 000 Einwohner um 85 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Görlitz, der Vogtlandkreis, Bautzen, Mittelsachsen und der Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind zwischen 62 und 82 Prozent unter dem Schnitt.

Trotz der für Sachsen teils erfreulichen Entwicklung will das Landeskriminalamt die Bürger für das Problem Taschendiebstahl in der bevorstehenden Adventszeit sensibilisieren, sagt Sprecher Tom Bernhardt. Geld und Kreditkarten, Handy, Schlüssel und Papiere sollten in den Innentaschen der Kleidung getragen werden. Hand- und Umhängetaschen gehören an die Vorderseite des Körpers oder unter den Arm geklemmt.