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Nur Schlamm im Löschteich

Die Ortschaftsräte sorgen sich um die Löschwasserversorgung in Wetterwitz und Wettersdorf. Ob das Wasser im Notfall reicht, darauf legt sich niemand fest.

© André Braun

Von Heike Heisig

Roßwein/Gleisberg. Seit zehn Jahren ist Uwe Rüdiger Ortswehrleiter in Gleisberg. In dieser Zeit musste der Löschwasserteich in Wetterwitz noch nie bei einem Ernstfall, sondern lediglich zu Übungszwecken angezapft werden. Im Moment kann er aber weder in dem einen noch in dem anderen Fall eine Hilfe sein: Der Teich ist verschlammt und nicht nutzbar. Darüber haben sich die Ortschaftsräte unterhalten – wieder einmal. Schon seit Längerem mahnen sie bei der Kommune an, dass etwas getan wird.

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Die Gleisberger Ortswehr ist zwar schnell auf den Fahrzeugen und unterwegs, wie sie erst Anfang des Jahres beim Hausbrand in der Roßweiner Querstraße bewiesen hat. Allerdings verfügt die Wehr über kein Fahrzeug mit Wassertank. Damit können lediglich die Wehren von Roßwein und Haßlau punkten. Im neuen Brandschutzbedarfsplan hofft Uwe Rüdiger, dass auch für die Gleisberger der Kauf eines Tanklöschfahrzeuges vorgesehen ist. Bis dahin müssen die Feuerwehrleute mit den Gegebenheiten auskommen.

Hydranten sollen nicht genutzt werden

Wie sicher sich die Wetterwitzer und Wettersdorfer ohne funktionierenden Löschteich fühlen können, darüber spekuliert der Ortswehrleiter nicht. Die Ortsteile verfügen über ein Hydrantennetz. Wo welcher Hydrant mit welcher Leistung steht, darüber liegen Pläne auf den Fahrzeugen. Allerdings: Der Kommune hat ein Schreiben des Wasserversorgers bekommen. Der weist darauf hin, dass die Hydranten weder zu Übungszwecken noch im Brandfall genutzt werden sollen. Befürchtet werde, dass der Druck im Netz sinkt und Abnehmer vor lediglich tropfenden Wasserhähnen stehen. Bei einem Brand ist darauf kaum Rücksicht zu nehmen. Dann zapfen die Helfer das öffentliche Netz an.

„Wie groß die Gefahr ist, das Löschwasser ausgeht, hängt vor allem von der Art des Brandes ab. Ist er erst im Entstehen, dann genügt das Wasser vor Ort, auch in Wetterwitz und Wettersdorf“, sagt Rüdiger. Bei einem Vollbrand müssten schnellstens Wasserverbindungen aufgebaut werden. „Am besten wäre es, wenn der Löschteich wieder in Ordnung gebracht werden könnte“, so der Feuerwehrchef.

Michael Klöden, der bei der Stadt Roßwein für das Löschwesen zuständig ist, kennt das Problem. „Wir haben diesen Teich in Wetterwitz schon einmal beräumt“, sagt er. Dass dies erneut notwendig ist, weiß er. Klöden macht den Zeitpunkt der Realisierung vor allem von den Finanzen abhängig. Mit einer fünfstelligen Summe sei auf jeden Fall zu rechnen. Wie viele Löschteiche es im gesamten Gemeindegebiet gibt und in welchem Zustand die sind, kann er aus dem Stegreif nicht sagen.