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OB Hilbert zu Pöbeleien: „Es war nicht so dramatisch“

In einem kurzen Interview hat sich Dresdens OB Dirk Hilbert (FDP) zu den Pöbeleien gegen ihn vor dem Rathaus geäußert. Zu den Anfeindungen kam es im Anschluss an einen Empfang für Muslime im Rathaus.

© Andreas Weller

In einem kurzen Interview hat sich Dresdens OB Dirk Hilbert (FDP) zu den Pöbeleien gegen ihn vor dem Rathaus geäußert. Zu den Anfeindungen kam es im Anschluss an einen Empfang für Muslime im Rathaus.

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Herr Hilbert, in den sozialen Medien wird heftig über die Pöbelattacken auf Sie diskutiert. Sogar von tätlichen Angriffen ist die Rede. Wie haben Sie die Situation selbst erlebt?

Überhaupt nicht so dramatisch. Wir hatten eine sehr gute Veranstaltung im Rathaus mit den islamischen Gemeinden und Vereinen. Wir wussten, dass dort Störungen angekündigt waren. Aber bis auf zwei kleine Zwischenfälle, die nur Sekunden dauerten, verlief die Veranstaltung sehr gut und war ein voller Erfolg. Danach bin ich zum nächsten Termin am Stand unserer Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas.

Sie wurden aber als „Volksverräter“ begrüßt.

Während unserer Veranstaltung hatten sich 50 bis 60 Leute vor dem Rathaus versammelt, aber davon habe ich fast nichts mitbekommen. Als ich dann nach draußen ging, waren vielleicht noch 20 Leute dort, davon einige Krakäler. Das hat mich aber nicht überrascht. Eine Person, scheinbar schon ziemlich angetrunken, wurde von der Polizei abgeführt. Aber es gab keinen Angriff auf mich und die Situation drohte auch nie zu eskalieren. Die Berichte, die zum Teil kursieren, haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun.

Aber ist es nicht beschämend, dass am Rande einer Veranstaltung mit Muslimen so etwas passiert?

Natürlich sind das keine Bilder, die vom Tag der Einheit ausgehen sollen. Auf der anderen Seite fand ich es spannend zu beobachten, wie sich Leute in dieser Gruppe plötzlich gegenseitig bepöblen, weil sie aus unterschiedlichen Lagern der Islam-Gegner kommen. Wie immer gab es einige unter den Protestlern, mit denen konnte ich ganz normal sprechen, während andere gar nicht mehr gesprächsbereit und wahrscheinlich auch nicht gesprächsfähig sind.

In Schleswig-Holstein wurde ein Kommunalpolitiker zusammengeschlagen. Haben Sie manchmal Angst?

Nein. Ich hatte weder heute, noch in der Vergangenheit das Gefühl, dass diese Grenze überschritten wird.

Die Fragen stellte Andreas Weller