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OB-Wahl in Leipzig: Nur drei Kandidaten

Im Rennen um den OB-Posten ändern sich die Verhältnisse. FDP, Linke, Grüne, AfD und Die Partei verzichten. Was bedeutet das für den entscheidenden Wahlgang?

Burkhard Jung (SPD, r), amtierender Oberbürgermeister, und sein Herausforderer Sebastian Gemkow (CDU).
Burkhard Jung (SPD, r), amtierender Oberbürgermeister, und sein Herausforderer Sebastian Gemkow (CDU). © dpa-Zentralbild

Von Sven Heitkamp

Leipzig. Nach dem überraschenden Ausgang der Leipziger Oberbürgermeisterwahl lichten sich für den zweiten Wahlgang die Reihen. Im ersten Wahlgang war Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD) mit nur 29,8 Prozent seinem Herausforderer, Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU), mit 31,6 Prozent unterlegen.

Die AfD zieht die Kandidatur ihres Bewerbers Christoph Neumann bei der Leipziger Oberbürgermeisterwahl zurück. Das habe ein Kreisparteitag mehrheitlich beschlossen, sagte der Leipziger AfD-Chef Siegbert Droese am Freitag. Eine Wahlempfehlung für die entscheidende zweite Runde am 1. März gebe die AfD nicht ab.

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Neumann hatte im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag nur 8,7 Prozent der Stimmen erhalten - ein Ergebnis, mit dem die AfD nicht zufrieden war. Teile ihrer Wählerschaft hätten aber für den CDU-Kandidaten Sebastian Gemkow gestimmt, der mit 31,6 Prozent vor dem SPD-Amtsinhaber Burkhard Jung gelegen hatte, erklärte Droese. 

Bereits am Donnerstag erklärte die Kandidatin der Partei Die Partei ihren Rückzug bei der Leipziger Oberbürgermeister-Wahl. Katharina Subat unterstützt für den zweiten Wahlgang den Amtsinhaber und SPD-Bewerber Burkhard Jung. "Ein Leipzig mit einem CDU Bürgermeister? Dann kann ich auch gleich nach Dresden ziehen", begründete Subat ihre Entscheidung.

Die 31-jährige Subat hatte beim ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag 2,4 Prozent erreicht - doppelt so viel wie der FDP-Kandidat Marcus Viefeld, der ebenfalls schon seinen Rückzug verkündet hat.

Zeitgleich erklärte auch die bisherige Linken-Spitzenkandidatin Franziska Riekewald ihren Rückzug. Auch sie empfahl ihren mehr als 30.000 Wählern, im zweiter Durchgang am 1. März für Jung zu stimmen. Gerade nach den Wahlvorgängen im Erfurter Landtag gelte es, klare Kante gegen Rechts zu zeigen: „Verhindern wir ein zweites Thüringen.“

Riekewald hatte beim ersten Wahlgang 13,5 Prozent der Stimmen erreicht und war damit Dritte geworden. Würden ihre bisherigen Wähler ihr folgen, könnte Jung das Rennen für sich drehen. Er hatte einen Abstand zu Gemkow von gut 4000 Stimmen. 

Wie erwartet zieht auch die Grünen-Bewerberin Katharina Krefft ihre Kandidatur vor dem zweiten Wahlgang zurück. Das entschied die Partei am Donnerstagabend bei einer Mitgliederversammlung in Leipzig nach Gesprächen mit dem bisherigen Amtsinhaber Jung. Es habe Zusagen von Jung für eine verbesserte Zusammenarbeit im Falle seiner Wiederwahl gegeben, sagte Krefft.

Anders als die Linken werben die Grünen nicht ausdrücklich für die Wahl von Jung. "Meine Unterstützung ist, dass wir unseren Wahlvorschlag zurückziehen", sagte Krefft. Die Partei rufe ihre Anhänger dazu auf, dass zu wählen, "was am meisten Grün in unsere Stadt bringt". Unterm Strich sei das Burkhard Jung. Krefft hatte im ersten Wahlgang 12,0 Prozent der Stimmen erreicht.

Als Erster hatte bereits am Dienstag der FDP-Spitzenkandidat Marcus Viefeld bekannt gegeben, seine Kandidatur zurückziehen. Er hatte lediglich 1,2 Prozent der Stimmen bekommen. „Es ist klar, dass wir im zweiten Wahlgang keine Rolle mehr spielen werden“, so Viefeld. Bis Freitag müssen alle Bewerber für die erneute Wahl gemeldet werden.

Linken-Politikerin Riekewald betonte, sie habe vor ihrer Entscheidung mit Jung über einen Forderungskatalog für die nächsten sieben Jahre gesprochen. Dazu gehörten unter anderem eine Charta gegen Kinderarmut und neue Gemeinschaftsschulen in Leipzig, den Ausbau des Angebots von Bus und Bahn mit einem 365-Euro-Ticket und kostenfreien Nahverkehr unter 18, bezahlbares Wohnen und die Unterstützung von Projekten im Kampf gegen Rechts. Jung habe ihr dazu die Unterstützung „per Handschlag“ signalisiert.

Jung erklärte postwendend auf Twitter: „Ich danke Franziska Riekewald für ihre Unterstützung zu meiner Kandidatur. Wir sind uns darin einig, Leipzig weiter als dynamische, vielfältige, weltoffene und sozial gerechte Stadt zu gestalten.“ Von neuen Gemeinschaftsschulen, einer intensiveren Unterstützung von Kindern aus sozial benachteiligten Haushalten über das 365-Euro-Ticket bis zum Bau von 10.000 neuen Sozialwohnungen hätten sie „sehr viele gemeinsame Ziele in diesem Wahlkampf identifiziert“. 

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