Merken

Obama braucht Glaubwürdigkeit

über denFriedensnobelpreisfür Barack Obama

Teilen
Folgen

Von [email protected]

Die Kontroverse, ob US-Präsident Obama den Friedensnobelpreis tatsächlich verdient hat, wird auch nach seiner gestrigen Rede in Oslo weitergehen. Vor allem Amerikas Pazifisten schreien auf und werten die Verleihung an den Kriegsherrn Obama als üble Farce. Erst gut eine Woche liegt seine Entscheidung zurück, die US-Truppen in Afghanistan massiv aufzustocken. Seither ist der Krieg am Hindukusch, den Obama als Hinterlassenschaft geerbt hat, auch sein ganz persönlicher Krieg geworden.

Dass Obama gestern gar nicht erst versuchte, diesen Gegensatz kleinzureden und Krieg und Gewalt als zuweilen notwendiges Mittel der Politik mutig und ehrlich verteidigte, ist ihm anzurechnen und zeugt von einem pragmatischen Realismus, den ihm seine zahlreichen Gegner daheim so gerne absprechen. Amerikas junger Präsident ist eben kein weltfremder Träumer, der unerreichbaren Idealen nachhängt. Doch muss Obama mehr denn je aufpassen, dass sein politisches Handeln seine persönliche Glaubwürdigkeit nicht weiter untergräbt. Zwischen Rhetorik und Taten, zwischen erklärter Absicht und erzieltem Ergebnis klafft auf vielen Feldern eine wachsende Lücke.