merken

Obdachlos in einer Nacht

Ein Feuer zerstörte am Montag das Zuhause einer Familie. Nun wollen die Tharandter helfen.

Von Verena Weiß

Die Auffahrt ist verschlammt. Ein Bauzaun versperrt den Weg zum Wohnhaus – zu dem, was davon übrig blieb. Der Dachstuhl ist völlig ausgebrannt. Verkohlte Balken und Ziegel liegen herum, Gerätschaften sind bis zur Unkenntlichkeit verglüht. Knapp 70 Feuerwehrleute kämpften in der Nacht zum Pfingstmontag in Fördergersdorf noch um das Wohnhaus der vierköpfigen Familie – vergebens. Die Flammen haben ihr Zuhause komplett zerstört.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Mit allen Kräften versuchte die Feuerwehr, das Haus zu retten.Foto: Halkasch
Mit allen Kräften versuchte die Feuerwehr, das Haus zu retten.Foto: Halkasch
Ein Bild aus glücklichen Tagen im Sommer 2013 im Garten. Foto: R. Bonss
Ein Bild aus glücklichen Tagen im Sommer 2013 im Garten. Foto: R. Bonss

Mitten in der Nacht, kurz vor halb eins, wurden sie von Nachbarn aus dem Schlaf gerissen. Wohl nur deshalb blieb das Paar mit den beiden Kindern unversehrt. Doch die junge Familie steht unter Schock. „Ich kann mich kaum daran erinnern“, sagt Katja Pflugbeil, bemüht, die Fassung zu bewahren. Sie kann nicht glauben, was da passiert ist. Mit dem Haus auf dem Land hatten sich Katja Pflugbeil und ihr Lebensgefährte Steffen Müller doch einen Traum erfüllt. 2008 kauften die beiden, die zuvor in Dresden lebten, das schätzungsweise 250 Jahre alte Bauernhaus in dem Tharandter Ortsteil. Sie sanierten, was andere schon aufgegeben hatten. 2011 zog das Paar dann mit den beiden Kindern Frieda und Helene nach Fördergersdorf. Die Familie war hier nicht nur angekommen. Sie investierten viel Geld und Zeit, ihr Herzblut steckt in dem Haus. Nun liegt es in Schutt und Asche – fassungslos.

Den Schrecken kann auch Familie Störmer nicht so schnell verdauen, deren Haus unmittelbar an das abgebrannte Fachwerkhaus grenzt. „An dem Abend hatten wir spät gegessen, entspannten noch beim Fernsehen“, erzählt Christian Störmer. Als er noch einmal in die Küche wollte, um etwas zum Trinken zu holen, blieb ihm beim Blick aus dem Fenster fast der Atem stehen. „Ich sah, wie sich in den Fensterscheiben gegenüber die Flammen spiegelten“, erinnert sich der junge Mann. Dann schienen sich die Ereignisse zu überschlagen. Zusammen mit Eltern und Schwester alarmierte er die Feuerwehr, Nachbarn kamen hinzu, klingelten die bis dahin ahnungslose Familie aus dem brennenden Haus. „Dann haben alle versucht, aus den Flammen zu retten, was ging“, sagt Christian Störmer, „es war furchtbar.“

Für das Haus von Familie Müller/Pflugbeil aber kam jede Hilfe zu spät. Die Feuerwehr konnte nur noch von außen die Flammen löschen. „Wir haben versucht, das Haus zu retten, aber es ist uns nicht gelungen“, resümiert der Tharandter Stadtwehrleiter Sven Papperitz. Immerhin: Mit mehreren Stahlrohren konnten die Feuerwehren aus Freital, Tharandt und Ortsteilen verhindern, dass der Brand auf das Nachbarhaus der Familie Störmer übergriff. Ihr Wohnhaus blieb verschont. Schaden hat es trotzdem genommen. „Ich hätte nie gedacht, dass uns so was passiert“, sagt Christian Störmer. In erster Linie aber hofft er, dass die Familie nebenan wieder auf die Beine kommt. „Wir wünschen uns sehr, dass sie unsere Nachbarn bleiben“, sagt er. Das wünscht sich auch Katja Pflugbeil. „Auf jeden Fall wollen wir es wieder aufbauen“, sagt sie. Bis das aber möglich ist, stehen noch Untersuchungen zur Brandursache aus. Von einem Nebengelass soll das Feuer ausgebrochen sein. Doch konkret ist noch nichts. Die Brandermittler sind derzeit vor Ort. Egal, zu welchem Schluss sie gelangen: Für die vierköpfige Familie heißt es nun, zurück auf Anfang. Damit das gelingen kann, wird die Familie aber nicht nur viel Nerven, sondern auch Hilfe benötigen. Viele Tharandter haben schon ihre Unterstützung angeboten. Seitens der Rathausspitze wurden der Familie zwischenzeitlich die Räume des ehemaligen Kindergartens im Ort zur Verfügung gestellt. Außerdem koordiniert die Stadt eine Spendenaktion. Abgesehen von ein paar Sachen hat die Familie alles verloren. Sie brauchen Kleidung, aber vor allem Möbel und Hausrat, um ihren Alltag wieder zu bewältigen.

Wie helfen? Spendenkonto: Ostsächsische Sparkasse Dresden, IBAN: DE13 8505 0300 3070 0004 00, BIC: OSDDDE81XXX, Zweck: Hausbrand Fördergersdorf; Sachspenden bitte melden im Rathaus bei Sylvia Heber  035203 359118 oder Gabriele Voss 035203 395135