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Obere Barrieren sollen wieder weg

Der Bauausschuss empfiehlt den Kompromiss, die Inseln auf der Nordstraße nur in Bernbruch zu belassen.

© Matthias Schumann

Kamenz. Der Verkehrslärm auf der Nordstraße beschäftigt seit Jahren die Stadträte. Auch mit der erfreulichen Daimler-Investition in Bernbruch-Nord hat er weiter zugenommen, was zu stärker werdenden Protesten der Anlieger geführt hatte. Das Ergebnis der Rathaus-Überlegungen war der Versuch gewesen, vor allem den Lasterverkehr über die Ausfallstraße zu erschweren. Durch Barrieren direkt auf dem Asphalt – sogenannte Verschwenkinseln – sollte die Durchfahrt für Brummis unattraktiver werden, damit sie auf die eh höher eingestufte Macherstraße ausweichen.

Allerdings waren die Inseln von vornherein umstritten. Auch bei den Anwohnern. Sie lassen zwar bei gutem Willen aller Beteiligten den Begegnungsverkehr von Autos geradeso zu, aber das ständige Abbremsen und Wiedergasgeben sorgt wiederum für Lärm. Außerdem wurde die Unfallgefahr beschworen – insbesondere auf der oberen Nordstraße, also am Abzweig Goethestraße. Die Stadtratsfraktion der Linken hatte deshalb einen Antrag zur Entfernung der „verkehrsbehindernden Maßnahmen im Stadtgebiet von Kamenz“ eingebracht. Nun, alle waren nicht gemeint. Die Klarstellung erfolgte jetzt auch im vorberatenden Bauausschuss des Stadtrates, indem auch Bürgern das Rederecht eingeräumt worden war: Die „unverzügliche Entfernung“ betrifft nun nur noch die Inseln an der oberen Nordstraße, während es zur Beibehaltung der Barrieren in Bernbruch offenbar keinen Dissens mehr gibt.

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Dazu hat auch eine Verkehrszählung beigetragen, die das Rathaus durchführen ließ. Man konnte nun nämlich den Lkw-Verkehr vergleichen – einmal vom August und dann vom Oktober 2017, wobei die Inseln bereits installiert waren. Tatsächlich wurde in der schmalen Ortsdurchfahrt ein deutlicher Rückgang des Autoverkehrs registriert. Im August fuhren 2895 Autos (73 Lkw) stadteinwärts, im Oktober nur noch 2196 (47). Sogar noch deutlicher war der Rückgang stadtauswärts – von 3014 auf 2240 insgesamt bzw. von 90 auf 52 Laster. Damit habe sich dort der Versuch bewährt.

Ob der Kompromiss umgesetzt wird, muss am 2. Mai der Stadtrat entscheiden. Das Ja des Bauausschusses war mehrheitlich erfolgt. Werden die oberen Inseln abgebaut, würde auch die ursprüngliche Parkordnung wieder hergestellt. Sie bezieht die halben Gehwege mit ein. (SZ)