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Oberlandstadt setzt auf Umgebinde und Radler

Tourismus in Ebersbach-Neugersdorf vermarktet die regionaltypische Bauweise. Eine Freizeitcard fehlt aber noch.

© Matthias Weber

Von Gabriela Lachnit

Ebersbach-Neugersdorf. Stefan Halang ist der Tourismusförderer in Ebersbach-Neugersdorf. Was er in seiner Tätigkeit bislang erreicht hat, berichtete er vor Kurzem dem Stadtrat. Die SZ fasst das zusammen.

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Was hat die Tourismusförderung gebracht?

Teamarbeit: Wie sich die Stadt in der TGG mit den Mitgliedern abstimmt

Ebersbach-Neugersdorf ist seit Anfang 2017 Mitglied in der Touristischen Gebietsgemeinschaft (TGG) Oberlausitzer Bergland. Mit dem Wechsel dorthin und von der TGG Zittauer Gebirge weg, hatte sich die Stadt Vorteile versprochen. Unter anderem, weil in der TGG Oberlausitzer Bergland die meisten Städte und Gemeinden aus dem Oberland der Landkreise Görlitz und Bautzen Mitglied sind und diese sehr ähnliche Voraussetzungen und Ziele haben. Bessere Vernetzung der Mitglieder, stärkere Außenpräsentation und mehr Fördermittel verspricht sich die Stadt. Gemeinsam habe man sich auf Messen präsentiert, darunter bei der Grünen Woche in Berlin und auf Reisemessen in Stuttgart und Hamburg, berichtet der Tourismusförderer. Ein Imageheft der TGG sei in Vorbereitung. Fotos von Sehenswürdigkeiten aus den Mitgliedsorten der TGG stünden für Werbezwecke zur Verfügung.

Projekte: Wie Umgebindehausstraße und neue Produkte entwickelt werden

Wichtigstes Projekt ist derzeit die Oberlausitzer Umgebindehausstraße. Sie ist als Ringweg durch die Gemeinden Großschönau, Mittelherwigsdorf, Oderwitz, Kottmar sowie die Städte Herrnhut, Ebersbach-Neugersdorf und Seifhennersdorf angelegt und hat sich 2015 als siebente Regionalstrecke der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstraße angeschlossen. Ziel ist dabei die Vermarktung als Umgebindehaus-Region und die Herausarbeitung dieses Alleinstellungsmerkmals. Die typischen Häuser gibt es nur in der hiesigen Region. Als Zeichen nach außen sollen künftig rund 60 Hinweisschilder aufgestellt werden. Die Standorte seien ausgewählt, die langwierigen Genehmigungsverfahren durchlaufen, berichtet Halang. Noch in diesem Jahr sollen die Schilder auf die touristische Route hinweisen. Eine Fahrradroute ist festgelegt worden. In den Touristinformationen in Ebersbach-Neugersdorf und Eibau sollen Touristen künftig dazu Navigationsgeräte ausleihen können. Weiter denkt Halang an neue Produkte wie eine Freizeitcard. Auf dieser Karte könnten 30 Angebote präsentiert werden. Kauft der Gast diese Karte, könne er pauschal 15 der Angebote nutzen. Derzeit werde dazu extern ein Konzept erarbeitet. Realisiert werden soll dieses Projekt mit Fördermitteln. Ebenso die Erarbeitung einer App zur Umgebindehausstraße mit Unterstützung des Radfahrclubs ADFC.

Bündelung: Warum es eine Kooperation mit der Gemeinde Kottmar gibt

Ebersbach-Neugersdorf strebt die weitere Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kottmar an. Ziel ist eine gemeinsame Touristinformation am Standort Faktorenhof Eibau. Derzeit werden dafür die Vorbereitungen getroffen, um das in den Haushaltsplan für 2019/2020 einzuordnen.

Wettbewerb: Warum Landschaftsplaner den Schlechteberg erkunden

Das Land Berlin schreibt einen Ideenwettbewerb zur Landschaftsentwicklung, den Peter-Joseph-Lenné-Preis, aus. 2018 gibt es drei Themen: Berlin, Paris und Ebersbach-Neugersdorf. Die Stadtverwaltung hatte dazu ein Projekt eingereicht, das schließlich zur Bearbeitung ausgewählt worden ist. Preisverleihung ist im November. Landschaftsplaner aus Erfurt, Cottbus, Dresden und Wien erarbeiten ein Nutzungskonzept für den Schlechteberg. Die Konzepte aus dem Wettbewerb sollen auf Machbarkeit und Finanzierung geprüft werden, sagt der Tourismusförderer.

Ausblick: Was für mehr Gäste im Oberland noch zu tun ist

Eine Neuauflage des Gastgeberverzeichnisses ist geplant, ein Imagevideo mit Drohnenflügen in Bearbeitung. WLAN-Hotspots sollen entwickelt und das Areal am Eiskeller und um den Bismarckturm in Neugersdorf aufgewertet werden. Vor allem aber will Stefan Halang in Zusammenarbeit mit der Zukunftswerkstatt Lausitz Nutzungskonzepte für leer stehende Umgebindehäuser erarbeiten.

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