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Oberlausitz wirbt um Westlehrer

Mit einer ungewöhnlichen Aktion sollen Lehrkräfte aus Baden-Württemberg in die Region gelockt werden.

© dpa

Bautzen. Es könnte gut sein, dass sich in den nächsten Tagen Bürgermeister aus dem Raum Bautzen zu Fahrgemeinschaften zusammentun, um nach Baden-Württemberg zu pendeln. Dort plant die Bundesagentur für Arbeit Info-Veranstaltungen, um Lehrern einen Umzug nach Sachsen schmackhaft zu machen; speziell in die Oberlausitz. Und die Bürgermeister wollen diese Info-Tour tatkräftig unterstützen.

Das ist eines der Ergebnisse eines Auftakt-Treffens für eine ungewöhnliche Idee in Bautzen. Hintergrund sind zum einen der massive Lehrermangel in Sachsen, zum anderen sogenannte Kettenverträge für eine Vielzahl von Lehrern in Baden-Württemberg. Heißt, einige Lehrer werden dort quasi nur vom Schuljahresstart bis zum letzten Schultag angestellt; während der Sommerferien melden sie sich arbeitslos. „Eine Praxis, die wir in Sachsen nicht kennen, die aber in einigen Bundesländern gängige Praxis ist“, weiß Dirk Reelfs, Sprecher des Sächsischen Kultusministeriums. Dass die Bundesagentur für Arbeit nun diesen Lehrern berufliche Möglichkeiten in Sachsen vorstellen will, „finden wir natürlich interessant und haben als Ziel-Region die Oberlausitz vorgeschlagen, weil hier der Lehrermangel am gravierendesten ist“, so Reelfs. Wobei er klarstellt, „dass es nicht um die Abwerbung festangestellter Lehrer geht!“ Das Ganze richte sich ausschließlich an diejenigen, die auf Arbeitssuche sind.

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Und so habe man nun die Bürgermeister mit ins Boot holen wollen, „um zu fragen, wie sie die möglichen neuen Lehrer unterstützen könnten“, beschreibt der Ministeriumssprecher. Bei der Suche nach Wohnungen, Kita-Plätzen oder auch Bauland zum Beispiel. Dass die Bürgermeister gleich Feuer und Flamme sind, beeindruckt das Ministerium. Und auch im Bautzener Landratsamt teilt man die Begeisterung. Auch, wenn das Ganze etwas kurzfristig sei, wie Landrat Michael Harig (CDU) anmerkt. Dabei sei es im Übrigen durchaus logisch, „dass die Überlegungen in erster Linie in Richtung sächsischer Lehrerinnen und Lehrer gehen, die wegen der Einstellungsprobleme der Vergangenheit oder auch unterschiedlicher Vergütungsstrukturen unter anderem nach Baden-Württemberg gegangen sind“, findet er. Mittlerweile habe Sachsen die Weichen richtiggestellt. „Die Themen Verbeamtung oder Vergütung sind geregelt und im Bundesmaßstab wettbewerbsfähig“, so Harig. (SZ/JF)