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Weißwasser

Oberlausitzer jubelt mit Dresdner Eislöwen

Arne Uplegger ist einer von vier Weißwasseranern im Dresdner Trikot. Diesmal tut er den Füchsen mit einem Tor weh.

Zwei Weißwasseraner machen hier für Dresden dicht: Goalie Florian Proske rettet, dahinter sichert Arne Uplegger gegen Füchse-Stürmer Sebastian Streu ab.
Zwei Weißwasseraner machen hier für Dresden dicht: Goalie Florian Proske rettet, dahinter sichert Arne Uplegger gegen Füchse-Stürmer Sebastian Streu ab. © Lutz Henschel

Die eishockeyverrückte Stadt Weißwasser hat am Mittwochabend ein verrücktes Sachsenderby gesehen. Am Ende jubelten vier Weißwasseraner mit den Gästen auf dem Eis, während einer (Philip Kuschel) auf Gastgeberseite seinen Kopf hängen ließ. Die Dresdner Eislöwen hatten nach dramatischen 60 Minuten 6:5 (0:2, 3:2, 3.1) gewonnen, Torwart Florian Proske, Stürmer Toni Ritter, Verteidiger Steve Hanusch und Arne Uplegger, die allesamt aus Weißwasser stammen und die Füchse-Nachwuchsschule durchlaufen haben, hatten ihren Anteil am Dresdner Sieg, der erste nach sieben Erfolgen der Füchse über die Eislöwen in Folge. Verrückt oder mindestens nicht selbstverständlich auch: Die Weißwasseraner Fans feierten ihre Mannschaft nach dem Ende der Partie – trotz der Niederlage.

Dass die Stimmung in Weißwasser außergewöhnlich ist, bestätigte nach dem Spiel auch Arne Uplegger: Der 21-Jährige war noch im Nachwuchsalter nach Dresden gewechselt und hatte dort den Sprung ins Profi-Eishockey geschafft: „Vor diesen Fans spiele ich immer gern, freue mich auf Spiele in meiner Heimatstadt, auch wenn die Anhänger natürlich gegen mein Team sind. Aber die Stimmung von den Rängen ist wirklich einzigartig.“

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Dass sie nicht noch ausgelassener war, daran hatte Uplegger mit einem wichtigen Treffer großen Anteil. Zunächst aber hatten die Füchse geführt. In einem extrem temporeichen Spiel stand es nach dem ersten Drittel 2:0 für die Gastgeber. Glücklich, weil die Dresdner gleichwertig, in den ersten Minuten vielleicht sogar etwas besser waren. Aber die Gastgeber waren effizienter. Erst nutzte Robert Farmer in Überzahl einen Abpraller von der Hintertor-Bande nach einem Pozivil-Schuss zum 1:0 (17.). Und kurz vor Drittelende besorgte Mychal Monteith, der von Hammond vor dem Tor von Hammond freigespielt wurde und Eislöwen-Torwart Florian Proske aussteigen ließ, das 2:0 (20.). Gästetrainer Ricco Rossi sagte nach dem Spiel, dass seine Mannschaft trotz dieses Zwischenstandes ein gutes erstes Drittel gespielt habe.

Auch das 2:1 durch Pohl nach einem abgefälschten Distanzschuss (28.) beantworteten die Füchse umgehend mit einem Treffer. Hammond sah diesmal den auf der anderen Seite völlig freien Jordan George, spielte den Querpass, und der derzeit beste Füchse-Torjäger umspielte noch Proske zum 3:1 (29.). An dieser Stelle hätte sich das Spiel mit einem weiteren Füchse-Treffer entscheiden können, aber das Gegenteil trat ein. Füchse-Verteidiger Oliver Granz kassierte eine umstrittene Strafe, die die Fans auf die Palme brachte, weil ein Foul nicht zu erkennen war. Und ausgerechnet in dieser Unterzahl kassierten die Füchse den Anschlusstreffer. Knackstadt passte vor das Tor auf Walther, der unbedrängt den Schläger reinhielt. 28 Sekunden später stand es 3:3, als die Füchse nicht konsequent genug verteidigten und Topscorer Dale Mitchell einen Pass von hinter dem Tor verwerten konnte. „Diese beiden Tore haben wir viel zu leicht kassiert“, kommentierte Füchse-Trainer Corey Neilsson nach dem Spiel. Die Füchse wirkten sichtlich geschockt. Eine Dresdner Strafe kam ihnen entgegen. Und gerade als die abgelaufen war, funktionierte das Duo Hammond-George noch einmal 4:3 (40.). „Mit dieser Reihe hatten wir so unsere Schwierigkeiten. Bei denen geht alles so schnell, die Bewegungen, das Passspiel. Wir wussten, dass sie gut sind. Aber dass sie so effizient sind, hat uns dann überrascht“, sagte Arne Uplegger nach dem Spiel.

Vor ein paar Wochen hätten die Füchse die Dresdner im Schlussdrittel wahrscheinlich noch überrollt. Diesmal aber nicht. „Wir haben in den vergangenen Wochen seit dem Trainerwechsel unheimlich Physis trainiert, das kommt uns jetzt zugute“, sagt Uplegger, der selbst den Ausgleich erzielte. Der Dresdner Biezais gewann an der Bande einen Zweikampf gegen Streu, der Ex-Weißwasseraner war mitgelaufen und verwandelte den Pass direkt (49.). Als Biezais wenig später einen Schuss zum 4:5 abfälschte, war das Spiel gedreht (50.). Als 90 Sekunden vor Schluss Füchse-Torwart Mac Carruth vom Eis lief, verloren die Füchse den Puck und Petr Pohl traf zum 4:6. Die Füchse ließen den Torwart draußen und kamen nach einem Abpraller durch Darcy Murphy noch zum 5:6. Zu mehr aber reichte es in den verbleibenden 57 Sekunden nicht. „Wir haben heute einfach zu viele Chancen liegengelassen und einige Tore zu einfach kassiert“, sagte Trainer Neilsson auf der Pressekonferenz und fühlte sich von seinem Gegenüber Ricco Rossi diesmal „ausgecoacht“.