merken

Oberschulen-Aus längst besiegelt?

Eltern fürchten, die Unischule verdrängt ihre Kinder aus der Johannstadt. Neue Dokumente belegen diese Pläne nun.

© Christian Juppe

Von Andreas Weller und Kay Haufe

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Was bisher keiner der Beteiligten aussprechen wollte, ist offenbar längst beschlossene Sache: Der Schulversuch Unischule bedeutet das Aus für die 101. Oberschule an der Pfotenhauerstraße. Bisher hatten die Stadtverwaltung als Träger der Schule und der Stadtrat vage von einer Kooperation gesprochen. Die Uni, die das Forschungsprojekt umsetzen will, hat sich öffentlich nicht klar positioniert. Nun liegt der SZ das Protokoll der Steuerungsgruppe vom 18. Januar vor. Darin steht, es „besteht Einigkeit darüber, die 101. Oberschule langsam durch die Universitätsschule zu ersetzen“. In der Gruppe sitzen Vertreter von der Unischule, des Kultusministeriums, des Schulverwaltungsamts und Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU).

Das Aus der Oberschule, das die Eltern befürchten, scheint damit längst klar zu sein. Sie kritisieren mangelnde Informationen und wollen um den Erhalt der Schule kämpfen. Anke Langner, die für das Forschungsprojekt verantwortlich ist, scheint bereits länger nicht mehr mit der Oberschule zu planen. Nach SZ-Informationen hat sie bereits im Juni 2017 in einer Mail an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) von der „Aufhebung“ der Schule“ geschrieben.

Am Donnerstag entscheidet der Rat über das Konzept der Unischule. CDU-Stadträtin Heike Ahnert kritisiert. „Gezielt festzulegen, wer dort lernen darf, ist hinsichtlich der Chancengleichheit problematisch.“ Die CDU will der Unischule deshalb nur zustimmen, wenn der Punkt mit den Anmeldekriterien herausgenommen wird. Geplant ist, Durchschnitts-Klassen zu bilden, mit einem Anteil an Akademiker-Kindern, Ausländern und Behinderten und so weiter, die dem Durchschnitt entsprechen.

Die Unischule muss Chefsache von OB Hilbert sein, sagt SPD-Stadtrat Thomas Blümel. „Es gibt dazu großen Gesprächsbedarf, hier muss der OB moderieren.“ Dagegen sehen die Grünen die Verantwortung bei Bildungsbürgermeister Vorjohann. „Auch die Eltern und Lehrer der Schulen in der Johannstadt brauchen Klarheit“, sagt Fraktionschef Thomas Löser. Eltern und Kinder der Schule wollen zur Stadtratssitzung kommen und auf ihre Bedenken aufmerksam machen. Sie stehen dem Versuch offen gegenüber, fordern aber gleichberechtigten Zugang für alle Johannstädter Kinder und den Erhalt der 101. Oberschule als Träger der Unischule.