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Weißwasser

Offenbarungseid der Lausitzer Füchse

Gegen das Schlusslicht Crimmitschau setzt es eine klare 4:7-Niederlage, trotz 2:0-Führung.

Die Gesichter der Füchse-Spieler nach der Niederlage gegen den Tabellenletzten sagen alles.
Die Gesichter der Füchse-Spieler nach der Niederlage gegen den Tabellenletzten sagen alles. © Thomas Heide

So wird es nichts mehr mit den Play-offs für die Lausitzer Füchse, für die mindestens der zehnte Platz erreicht werden muss. Und wenn man sich die Leistungsstärke der Teams in der Play-Down-Runde anschaut, können einem noch ganz andere Gedanken kommen. Gegen das aktuelle Schlusslicht ETC Crimmitschau unterlagen die Lausitzer Füchse jedenfalls am Ende verdient mit 4:7, und das, obwohl sie nach gut zwei Minuten schon auf der Siegerstraße schienen.

Da stand es bereits 2:0. Zunächst liefen die Füchse nach einem geblockten Schuss einen 2:1-Konter. Ross lupfte den Pass zu Hammond, der direkt abzog und nach nur 50 Sekunden zum 1:0 traf. Als die Top-Reihe der Füchse zum zweiten mal auf dem Eis war, schaffte sie auch den zweiten Treffer. Diesmal wollte Hammond steil auf George spielen, aber ein Crimmitschauer war mit dem Schlittschuh dazwischen, der Puck sprang zu Kania, der noch ein paar Meter lief und dann in die lange Ecke zum 2:0 abzog – nach gerade einmal 2:16 Minuten. Die Stimmung im Fuchsbau war da super, auch weil es ja ein Sachsenderby war. Aber die Füchse hätten in dieser Saison nicht solche Probleme, wenn sie sich immer clever verhalten würden. Als Monteith den Puck nach einem Schuss an die Bande rausspielen wollte und verlor, folgten ein Rückpass und ein Direktschuss unter die Latte zum 2:1 (4.). Und mit diesem Gegentreffer war auf einmal die Verunsicherung da. Als ob jetzt eine völlig andere Füchse-Mannschaft auf dem Eis stehen würde. Plötzlich klappten die Aufbaupässe nicht mehr, plötzlich fehlte immer wieder die Ordnung in der Defensive. Die Crimmitschauer kamen besser ins Spiel und schafften den Ausgleich, als die zweite Füchse-Reihe bei einem Angriff „durchfiel“ (zu offensiv agierte) und den Crimmitschauern einen 3:1-Konter erlaubte, an dessen ende Wideman das leere Tor vor sich hatte (13.). Der Vorsprung war dahin, das Momentum gewendet. Die erste Drittelpause kam den Füchsen gerade recht.

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Wer aber hoffte, dass es danach besser werden würde, sah sich getäuscht. die insgesamt sehr geduldigen Fans sahen eines der wohl schwächsten Drittel der Füchse in dieser Saison. Schnell gingen die Gäste mit 2:3 in Führung. Grygiel war gerade von der Wechselbank gekommen, als er einen weiten Pass von Körner erhielt und völlig allein Richtung Füchse-Torwart Mac Carruth unterwegs war. Er schloss ungewöhnlicherweise zeitig mit einem Schlagschuss ab, traf aber rechts unten (22.). Danach warfen die Füchse fast übermotiviert alles nach vorn, drohten dabei aber immer wieder, in Konter zu laufen. Eine gute Chance hatte noch Reichel, dessen verdeckten Schuss Eispiraten-Torwart Bitzer stark hielt. Insgesamt aber gab es nach wie vor viel zu viele Fehlpässe. Als dann Ross eine Strafe erhielt und die gerade abgelaufen war, schlugen die Gäste erneut zu. Schietzold schoss von der Blauen Linie, weil er sah, dass vor dem Tor ein Crimmitschauer von den Füchse-Verteidigern „vergessen“ worden war. Carruth parierte zwar, war aber gegen den zweiten Nachschuss von Pohl machtlos. Der Puck kullerte über die Linie (32.). Kurz zuvor hatte Carruth noch mit einer Riesen-Stockhandparade gegen Wahl einen Einschlag verhindert.

Das Schlussdrittel begannen die Füchse in Unterzahl, schöpften aber trotzdem noch einmal Hoffnung. Als George von der Strafbank kam, hatte Carruth gerade einen Schuss pariert, Keussen sah George und spielte einen langen Pass. Der Füchse-Stürmer traf im Nachschuss zum 3:4 (43.). Danach so richtig Druck aufzubauen, gelang den Füchsen jedoch nicht. Die zweite Füchse-Reihe leistete sich dann wieder Zuordnungsfehler. Der Crimmitschauer Pohl konnte quer auf Schlenker spielen, der zum 3:5 traf (49.). Und keine Minute später war das Spiel entschieden. Schietzold an der Blauen Linie sah den freien Walsh vor dem Füchse-Tor und spielte einen Schusspass, den Walsh zum 3:6 abfälschte. Als die Gäste fünf Minuten vor Schluss eine Strafe kassierten, nach Füchse-Trainer Neilsson den Torwart vom Eis. In der Überzahl vergaben die Füchse dann riesige Chancen, ließen auch danach den Torwart draußen. Als Ross den Puck scharf vor das Tor spielte, prallte die Scheibe von einem Crimmitschauer Schlittschuh zum 4:6 ins Tor (58.). Sollte doch noch etwas gehen? Carruth war wieder schnell aus dem Tor, George traf mit einem Schuss das Lattenkreuz. Aber damit war das Pulver verschossen. Als sich die Gäste befreien konnten, traf Grygiel zum 4:7 ins leere Tor (60.).

Nach dem Null-Punkte-Wochenende ist der Abstand der Füchse auf Platz zehn auf acht Punkte angewachsen, und Landshut hat die Füchse überholt. Am Dienstag kommt der neue Tabellenzweite Freiburg, der am Sonntag beim Spitzenreiter Kassel gewann, nach Weißwasser …

Statistik

Lausitzer Füchse – Eispiraten Crimmitschau 4:7 (2:2, 0:2, 2:3)

Tore:
1:0 Mike Hammond 0:50 (Assist: George, Ross)
2:0 Jakub Kania 2:16 (Hammond, George)
2:1 Lukas Vantuch 3:37 (Grygiel, Körner)
2:2 Alexander Wideman 12:45 (Walsh, Fyten)
2:3 Adrian Grygiel 21:11 (Walsh, Körner)
2:4 Patrick Pohl 31:21 (Wahl, Schietzold)
3:4 Jordan George 42:02 (Keussen, Carruth)
3:5 Vincent Schlenker 48:47 (Pohl, Halbauer)
3:6 Mitch Wahl 49:47 (Schietzold, Halbauer)
4:6 Brad Ross 57:16 (Kania, Breitkreuz)
4:7 Adrian Grygiel 59:15 (Kaisler, Wishart)

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Kania, Keussen – Monteith, Granz – Karrer, Kuschel
Sturm: George, Hammond, Ross – Farmer, Murphy, Breitkreuz – Reichel, Andres, Boiarchinov – Schwamberger, Strodel

ETC Crimmitschau
Tor: Bitzer
Abwehr: Thomas, Walsh – Wishart, Kaisler – Schietzold, Halbauer – Olleff
Sturm: Schlenker, Pohl, Wahl – Wideman, Fyten, Kuchejda – Grygiel, Vantuch, Körner – Demmler

Schiedsrichter: Kevin Salewski, Jens Steinecke
Strafen: Füchse 8, Eispiraten 8
Zuschauer: 2.658