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„Ohne gleitenden Übergang geht uns wertvolles Wissen verloren“

Hohendubraus Bürgermeister Denis Riese zu neuen Mitarbeitern, Tanklöschfahrzeugen, kaputten Straßen und der Heizung in der Krippe Gebelzig.

© André Schulze

Von Carla Mattern

Gerade hat sich die Gemeinde Hohendubrau um einen Nachtrag für ihren Doppelhaushalt gekümmert. Das ist wichtig, damit Projekte nicht auf die lange Bank geschoben werden müssen. Um welche es geht, was sonst noch geplant ist, wo der Schuh drückt, und worum er sich große Sorgen macht, das sagt Hohendubraus Bürgermeister Denis Riese im SZ-Gespräch.

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Herr Riese, so einen Nachtragshaushalt auf den Weg zu bringen, das ist mit viel Aufwand verbunden. Warum wird das trotzdem in Angriff genommen?

Es geht dabei um das neue Tanklöschfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr in Weigersdorf. Im Doppelhaushalt 2017/18 war das Fahrzeug nicht eingeplant. Ursprünglich wollten wir bereits 2016 das TLF über Förderprogramme von Interreg finanzieren. Doch das funktionierte nicht aus Gründen, die weder wir, noch der Landkreis noch unsere polnischen Partnergemeinden beeinflussen können. Jetzt haben wir einen anderen Weg gefunden – und dafür müssen wir eben haushaltsrechtlich die Voraussetzungen schaffen. Nach meinen Vorstellungen soll dies in der Aprilsitzung geschehen.

Wie sieht der neue Weg aus?

Wir wollen den Weigersdorfer W-50-Tanker unbedingt ersetzen, obwohl er fast das jüngste Fahrzeug im Feuerwehrfuhrpark ist. Aber manchmal müssen ihn die Kameraden zum Einsatz fast hintragen. Das ist auch beim Landkreis bekannt. Wir stehen auf der Prioritätenliste und wollen die etwa 300 000 Euro teure Neuanschaffung jetzt mit dem Freistaat und dem Landkreis stemmen. Damit wir Fördermittel bekommen können, brauchen wir aber die Ergänzung für die Ausgabe im Doppelhaushalt 2017/2018.

Wann rechnen Sie damit, das Fahrzeug den Weigersdorfer Kameraden übergeben zu können?

Wenn Ende Mai der Fördermittelbescheid kommt, könnten wir ausschreiben. Dazu will ich bei Amtskollegen anfragen, die damit bereits Erfahrungen haben. Dann dauert es noch mal sechs bis neun Monate. So wird es sicherlich 2019 erst werden.

Sind dann alle Feuerwehren in Hohendubrau gut ausgestattet?

Das wird unsere erste neue Feuerwehr. Zwei weitere müssen wir noch für die Ortswehren in Groß Radisch und Gebelzig in den nächsten Jahren beschaffen.

Plant Hohendubrau noch weitere verhältnismäßig große Projekte?

Am 16. April ist Baubeginn für die fast schlechteste innerörtliche Straße, die Gebelziger Straße im Ortsteil Jerchwitz. Nach der Abwassererschließung Anfang der 1990er Jahre war die Straße nicht fachgerecht wiederhergestellt worden. Auch der übrige Straßenbelag stammt noch aus den 1970er Jahren. Jetzt wollen wir auch das in Ordnung bringen.

Was kostet das und wie lange wird die Baumaßnahme dauern?

Die Gesamtkosten belaufen sich in etwa auf eine viertel Million Euro, welche wir aus verschiedenen Förderprogrammen und Eigenmitteln finanzieren. Wenn nach unseren Vorstellungen alles läuft, sollte die Baumaßnahme nach drei Monaten abgeschlossen sein.

Auch beim Kita-Fußboden-Projekt gibt es jetzt konkrete Pläne?

Ja. Anders als ursprünglich geplant werden wir die Fußbodenheizung nicht während der Schließzeit im Sommer verlegen können. Innerhalb dieser Zeit wird das womöglich nicht fertig. In Absprache zwischen dem Bauhofleiter und der Kita-Leiterin soll die Einrichtung in der Bauzeit zusammenrücken, damit wir bauen können. Bis zu 30 000 Euro waren dafür ursprünglich geplant, aber wir liegen von den Kosten darunter. Gerade die Krippe in Gebelzig ist unser einziger Kita-Bereich ohne Fußbodenheizung. Das ändern wir jetzt. Sobald wir die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt haben, wird die Maßnahme umgesetzt. In der nächsten Heizperiode muss alles fertig sein.

Die Straße in Jerchwitz wird gebaut, der Tanker rückt in greifbare Nähe. Gibt es gar keine Sorgen? Was wird aktuell aus den Plänen am Groß Radischer Kirschweg?

Den Kirschweg konnten wir letztes Jahr fertigstellen. Auf zwei Bauplätzen werden demnächst private Eigenheime errichtet und es gibt weitere Interessenten. Jedoch bereitet mir die Personallage in der Verwaltung Kopfzerbrechen, zwei langjährige, erfahrene Mitarbeiterinnen scheiden altersbedingt aus dem Berufsleben aus. Wenn uns hier kein gleitender Übergang gelingt, geht wertvolles Wissen verloren. Dies würde unsere internen Abläufe zusätzlich behindern.