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Ohne gute Straße kein Aufschwung

Wirtschaftlich betrachtet geht es bei der Diskussion um die neue B 178 zwischen Löbau und Weißenberg nicht nur darum, Zeit zu sparen. Es geht um Attraktivität.

Von Anja Beutler

Zittau. Wer sich nicht wehrt, verliert sein Pferd – mit diesem volkstümlichen Spruch ist für Matthias Schwarzbach beim Thema B 178 vieles gesagt. Der Zittauer Geschäftsstellenleiter der Industrie- und Handelskammer ist sich sicher, dass die neue und vor allem vollständig ausgebaute Bundesstraße ein wichtiges Pferd, ein Zugpferd für die regionale Wirtschaft wäre. Denn sie wäre eine Erleichterung für die Unternehmer, die sich hier angesiedelt haben und eine schnelle Anbindung zur Autobahn oder ins Nachbarland brauchen. Sie wäre aber auch ein guter Grund für neue Investoren, sich doch für die südliche Oberlausitz zu entscheiden. Dass sich nun das Bauende erneut erheblich verzögern wird, ist für Schwarzbach mehr als bitter. „Ich weiß, dass viele darauf warten, die Straße endlich komplett nutzen zu können“, sagt er.

Ab auf den Grill

Warme Sommernächte, schönes Wetter. Zeit zum Grillen! Doch worauf muss man achten und was schmeckt am besten auf dem Grill?

Dass die neuen Prognosen der Dresdner Verkehrsexperten der Straße künftig weniger Verkehr attestieren, hält Schwarzbach ein bisschen für eine sich selbst erfüllende Prognose. Denn, wenn keine gute Verbindung in die Region besteht, dann werde da auch keiner hinfahren, sagt er. „Die Prognose ist das eine, sie ist ein Rechenmodell, ein konkretes Angebot etwas ganz anderes“, sagt der IHK-Chef.

Ein wichtiges Argument, warum die B 178 auch in Zukunft die bevorzugte Strecke Richtung Böhmen sein wird, ist die Höhenlage der Straße. Und die spielt vor allem im Winter für den Lkw-Verkehr eine nicht unerhebliche Rolle: „Die Trasse ist die niedrigste Querung durch die Gebirgskette“, sagt er. Nicht umsonst hieße sie das Böhmische Tor. Mit rund 200 Metern Höhenlage sei sie erheblich leichter zu bewältigen als der andere Weg über Altenberg, der doppelt so hoch liegt. „Genau deshalb haben wir ja so eine Belastung im Lkw-Bereich, vor allem auch aus den Nachbarländern“, insistiert Schwarzbach. Und er ist sich sicher, dass dieser Transit-Verkehr auch nicht nachlassen wird. Warum man also auf einer an Lastern reichen Strecke dann mit einem nur dreispurigen Ausbau einen solchen Flaschenhals erzeuge, sei ihm unverständlich. Denn es gehe darum, trotz Lkw zügig voranzukommen.

Was Schwarzbach besonders ärgert, ist die Intransparenz und die mangelnde Informationspolitik über so weitreichende Meinungsänderungen bei der Landesregierung. Bis 2008 habe es eine beim zuständigen Ministerium angebundene Arbeitsgruppe gegeben, in der auch der damalige Landkreis Löbau-Zittau dabei war. So konnten kleinere Probleme schneller vor Ort gelöst werden. Das ist passé. Nun erfahre man die Neuigkeiten aus der Zeitung.

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