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Ohne Wasser blüht den Blumen etwas

Mit einem ausgefeilten Kühlsystem und gezielter Bewässerung hält Jana Rennert- Vetter ihre Schützlinge fit.

© Anne Hübschmann

Von Catharina Karlshaus

Lampertswalde. Mallorca-Feeling in Lampertswalde. Im Innenhof des im Mai neu eröffneten Blumenladens blühen Geranien, Petunien und zahlreiche farbenprächtige Stauden mit der Mittagssonne um die Wette. Zitronen an dem einen und Orangen am anderen Bäumchen zelebrieren das südliche Lebensgefühl ebenso wie Palmen in verschiedenen Größen, winterharte Bananen und Olivenbäume. Keine Frage, Jana Rennert-Vetter kann die mediterranen Trends passend zum diesjährigen Wetter sofort an den sommerliebenden Kunden bringen.

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Wasser marsch: Bei den tropischen Temperaturen darf das Wasser nicht fehlen.
Wasser marsch: Bei den tropischen Temperaturen darf das Wasser nicht fehlen. © Anne Hübschmann
Neben Orangen oder Kakteen findet sich die Lieblingsblüte von Jana-Rennert Vetter: Die Plumeria.
Neben Orangen oder Kakteen findet sich die Lieblingsblüte von Jana-Rennert Vetter: Die Plumeria. © Anne Hübschmann

Allerdings: Um die herrlich duftenden Accessoires eines jeden Gartens oder Balkons frisch zu halten, muss die 40-Jährige dieser Tage ganz schön hinterher sein. „Da müssen wir uns natürlich nichts vormachen! Angesichts der nahezu tropischen Temperaturen ergeht es uns genauso wie jedem privaten Hobbygärtner“, bekennt Jana Rennert-Vetter und lacht.

Im Klartext bedeute das, am frühen Morgen würden die Pflanzen in den Gewächshäusern gegossen, überdies die frisch angepflanzten Sträucher und Nadelbäume sowie natürlich die alle im Laden befindlichen Schalen und Kübel. Abends wiederhole sich das Prozedere, gut zwei Stunden gingen dafür ins Land. „Anders geht es aber zurzeit nicht. Die Pflanzen dürsten geradezu nach Wasser“, weiß Jana Rennert Vetter. Besonders schwer hätten es vor allem die neu eingebrachten Tannenbäume und Heckenpflanzen. Sie hätten richtig zu kämpfen, sich zu entwickeln.

Auch wenn der Arbeitstag nun schon seit Wochen viel früher als sonst beginne, sei das frühe – oder eben auch späte – Gießen eine ganz wichtige Komponente. „Die Sonnenstrahlung ist momentan so intensiv, dass die Blüten und Blätter häufig ohnehin Gefahr laufen, verbrannt zu werden. Wenn sie jetzt noch in der größten Mittagshitze gegossen werden, dann wirken die Tropfen des Wassers wie Brenngläser“, erklärt Jana Rennert-Vetter. Durchaus zu empfehlen seien auch Bewässerungssysteme, die beispielsweise inmitten von Hecken angebracht, kontinuierlich Feuchtigkeit abgeben würden. Was in den vergangenen Jahrzehnten bei Reisen in südliche Länder zu beobachten gewesen ist und ganze Hotelanlagen am Blühen trotz 40 Grad im Schatten gehalten habe, wäre nunmehr die Rettung für viele hiesige Grundstücksbesitzer.

Besondere Fürsorge benötigten dieser Tage aber auch die Schnittblumen. Von Jana Rennert-Vetter extra frisch in Holland geordert, sollten sie logischerweise nicht den hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Gleich nun, ob Rosen, Gerbera oder Chrysanthemen, geliefert würden sie in einem klimatisierten Lkw. Damit die blühende Fracht auch weiterhin frisch bliebe, werde sie nach dem Abladen sofort in die hauseigene Kühlzelle geschafft. Bei einer konstanten Temperatur von sechs Grad fühlten sich die Blumen – auch für die Kunden durch eine riesige Schaufensterscheibe sichtbar – offenkundig wohl. „Mein Mann und ich haben diese Art der Lagerung und Präsentation auf unseren Reisen in Amerika oder Holland gesehen. Dort werden die Blumen teilweise in gekühlten Pavillons gezeigt“, erzählt Jana Rennert-Vetter. Als sie damals gemeinsam das neue Geschäft geplant hätten, habe man sich schnell für eine solche Art der gekühlten Lagerung der Blumen entschieden. Doch nicht jeder Kunde – viele kommen auch aus Dresden, Meißen oder Radebeul nach Lampertswalde – würde sich für traditionelle Schnittblumen entscheiden. Aufgrund der Hitze griffen viele statt zu Bartnelke und Gladiolen zu Sukkulenten oder Zitrusfrüchten.