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Ohne zu stolpern in den Zug

Die Bahn bestätigt Pläne zum Umbau der Bahnsteige. Los geht es aber frühestens in drei Jahren.

Hier ist es noch relativ harmlos, man kommt fast problemlos aus dem Zug. Jedoch gibt es auch Züge am Cottbuser Bahnhof in Großenhain, wo man mit Rollator oder Kinderwagen kaum einsteigen kann. © Anne Hübschmann

Von Thomas Riemer

Großenhain. Noch ist die Deutsche Bahn rund um Großenhain mit ihren groß angelegten Streckenumbauten, inklusive Schallschutz, beschäftigt – da kommen bereits Mutmaßungen über weitere große Ereignisse ins Gespräch. 

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Als einer von 24 Stationen im Gebiet des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) wird der Cottbuser Bahnhof modernisiert, heißt es unter anderem in den sozialen Medien. Demzufolge sollen die Bahnsteighöhen den im Gebiet verkehrenden Fahrzeugen angepasst werden, um ein niveaugleiches Ein- und Aussteigen zu ermöglichen.

Die Deutsche Bahn hat dies jetzt auf Anfrage der SZ bestätigt. „Für die Erneuerung der kundengenutzten Stationsanlagen der Verkehrsstation Großenhain Cottbuser Bahnhof laufen die Planungen“, so Erika Poschke-Frost von der Pressestelle der Bahn. Dabei handele es sich um ein gemeinsames Stationsvorhaben des Aufgabenträgers Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe und der DB Station&Service AG. 

Geplant seien die Erneuerung der Hausbahnsteige 1 und 2, die Anpassung sowie Erneuerung der stufenweisen Zugangsgestaltung und der elektronischen Anlage sowie die Neuerrichtung der Bahnsteigausstattung. „Zu den Details können wir im Moment noch keine Informationen geben, da sich, wie beschrieben, das gemeinsame Vorhaben aktuell in Planung befindet“, so Erika Poschke-Frost.

Einen konkreten Zeitplan kann sie wie auch der VVO noch nicht nennen. Außer: Die Maßnahmen sollen „voraussichtlich im Zeitraum 2022 bis 2023 zur Umsetzung gelangen“, so die Bahn-Sprecherin. Konkrete Kenntnisse zu den Plänen hat auch das Großenhainer Rathaus – immerhin Eigentümer des Bahnhofsgebäudes – nicht. „Wir wissen bislang nur, dass Veränderungen vorgesehen sind“, so Stadtsprecherin Diana Schulze.

Bahnkunden aus Großenhain reiben sich angesichts der Nachricht die Augen. „Es wird Zeit, dass die Bahnsteighöhe mal den hier fahrenden Zügen angepasst wird“, macht sich eine Frau mittleren Alters Luft. Ihr Vater sei gehbehindert und habe regelmäßig Probleme, die 20 bis 30 Zentimeter Unterschied stolperfrei zu bewältigen.

Andere erinnern an die umfangreichen Arbeiten, inklusive der Gleisneugestaltung, die auf dem gesamten Cottbuser Bahnhof im Jahr 2013 über die Bühne gingen und zwischenzeitlich für erhebliche Eingriffe in den Personenverkehr sorgten – mit Zugausfällen oder Schienenersatzverkehr. 

Über ähnliche Szenarien wird momentan bei der Bahn noch nicht orakelt mit Verweis auf die laufenden Planungen. VVO-Sprecher Christoph Schlemper bestätigte gestern auf SZ-Anfrage, dass in dem sogenannten Stationsprogramm auch Umbauten der Bahnhofsanlagen in Gröditz und Lampertswalde verankert sind. Die Bahnstopps in Zabeltitz und Frauenhain hingegen werden offenbar bereits im Zuge der aktuellen Baumaßnahmen auf der Strecke umgestellt.

So oder so: Mit den angekündigten Veränderungen erlebt der Cottbuser Bahnhof eine erneute Zäsur in seiner langen Geschichte. Am 14. Oktober 1862 von der Zweigeisenbahngesellschaft zu Großenhain als Leipziger Bahnhof in Betrieb genommen, wurde die Strecke Großenhain-Cottbus im April 1870 offiziell eröffnet.

Seit dem 15. Dezember 2002 wird der gesamte Personenverkehr über den Cottbuser Bahnhof abgewickelt; der Berliner Bahnhof wurde als Reisezughalt stillgelegt. Zudem wurde eine moderne Übergangsstelle zum Regional- und Stadtbusverkehr geschaffen.