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Oktoberfest in Leipzig?

RB könnte in seiner Bayern-Woche einen neuen Höhepunkt des rasanten Aufstiegs feiern. Zwei Siege - und der große FC Bayern wäre empfindlich getroffen.

© dpa

Leipzig. Die Aussichten sind so verlockend. Zwei Siege - und der große FC Bayern wäre gedemütigt und überholt. Der Spielplan hält für Überflieger RB Leipzig in dieser Woche eine einzigartige Gelegenheit bereit. Und die Chancen stehen gut: Leipzigs Powerfußballer treffen auf einen angeschlagenen Rekordmeister, bei dem neben Manuel Neuer und Franck Ribery auch Thomas Müller und möglicherweise Mats Hummels fehlen.

Den ersten Schritt zur vorläufigen Wachablösung will der Emporkömmling aus Mitteldeutschland am Mittwoch zu Hause im DFB-Pokal (20.45 Uhr/Sky) machen. In einem K.o.-Spiel kann bekanntlich alles passieren. Nur: Die Häme wäre im Falle einer Niederlage für die Bayern ungleich größer. Letztmals flog der 18-malige Cupsieger im Jahr 2000 so früh raus, gegen den damaligen Viertligisten 1. FC Magdeburg.

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Am Samstag sieht man sich zum Liga-Spiel in der Münchner Allianz Arena (18.30 Uhr/Sky) wieder. Mit einem Sieg würde das Marketing-Konstrukt RB das Aushängeschild des deutschen Klub-Fußballs in der Bundesliga-Tabelle überholen. Über dem Duo thront derzeit noch Borussia Dortmund, dort triumphierte Leipzig bereits vor gut einer Woche und brachte dem BVB die erste Heimniederlage seit zweieinhalb Jahren bei.

Die Tendenz ist unverkennbar, Leipzig stürmt an die Spitze. Teile der RB-Führungsriege glauben an den Premierensieg gegen die Bayern. „Vor eigener Kulisse ist die Wahrscheinlichkeit ein paar Prozent größer, dass wir tatsächlich eine Überraschung schaffen“, sagte Sportdirektor Ralf Rangnick dem kicker.

Rangnick registrierte aber auch, dass sich beim Meister durch die Rückkehr von Trainer Jupp Heynckes einiges zum Positiven entwickelt hat. „Sie sind natürlich besser als vor drei Wochen“, sagte der Leipziger Vordenker und Stratege, „sie spielen wieder als Team und machen auch körperlich einen anderen Eindruck.“

Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff mahnte ebenfalls. Der FC Bayern sei „eine Klasse für sich, mit einem Top-Kader mit zahlreichen Weltklassespielern“, stimmte der 42-Jährige das übliche Hohelied auf den Branchenprimus an, meinte aber auch: „Wir brauchen einen perfekten Tag, aber wir glauben an uns und wollen erneut zeigen, dass wir für eine Überraschung gut sind.“

Bei den Münchnern ist man längst gewarnt und hat Respekt vor dem Hochdruck-Fußball aus Sachsen. Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic lobte den gefährlichen Konkurrenten: „Eine Super-Mannschaft, die spielen guten Fußball, entschlossen nach vorn.“ Sein ehemaliger Mitspieler Lothar Matthäus zeigte sich in der Bild-Zeitung sogar ein wenig verliebt: „Sportlich gesehen ist Leipzig auf alle Fälle ein Vorbild, und auch alles andere bewegt sich im Rahmen. Deswegen finde ich RB Leipzig sexy.“ (sid)