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Olbersdorf startet Fernwärmeausbau

Das Oberdorf wird dank EU-Fördermitteln ans Versorgungsnetz angeschlossen. Ein Teil sollte eigentlich schon fertig sein.

© privat

Von Mario Sefrin

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Olbersdorf. Was lange währt, wird endlich gut. Diese Hoffnung hat man in Olbersdorf, wenn es um den Ausbau der Fernwärmeversorgung vom Wohngebiet Grundbachsiedlung im Oberdorf geht. Die Baumaßnahmen sollen nach langer Anlaufzeit nun bald beginnen – mit spürbaren Folgen. „Wir reißen deutlich mehr im Dorf zur selben Zeit auf, als ursprünglich geplant“, sagt Karsten Hummel, der Geschäftsführer des Olbersdorfer Wohnungsunternehmens KWV sowie des kommunalen Wärmeversorgers WVO ist. Die WVO setzt im Auftrag der Gemeinde den Fernwärmeausbau vom Heizhaus in der Grundbachsiedlung ins Oberdorf um – Kostenvolumen in diesem Jahr: rund zwei Millionen Euro. Im Zuge der Erweiterung, die für eine bessere Auslastung der Heizkraftanlage im Heizhaus sorgen soll, ist auch der Anschluss kommunaler Liegenschaften und Gebäude, wie das Freibad und die Feuerwehr, vorgesehen.

Der Ausbau der Fernwärmeversorgung ist für Olbersdorf das Hauptprojekt im EU-Förderprogramm „Nachhaltige Stadtentwicklung“ (Efre), in das es Olbersdorf als einzige Gemeinde Sachsens geschafft hat. Doch darauf, das Geld verbauen zu können, musste die Gemeinde lange warten. Denn der Förderbescheid, der Voraussetzung für den Baustart ist, kam erst vor wenigen Wochen an. „Dabei haben wir die einzelnen Projekte bereits 2015 erarbeitet“, sagt Michael Noack vom Bauamt der Gemeinde. Neben dem Ausbau der Fernwärmeversorgung soll dank der EU-Fördermittel auch ein Freizeit- und Ruhepark in der Grundbachsiedlung entstehen, außerdem sind die energetische Sanierung der Kindertagesstätte „Spielkiste“ sowie teilweise die Erneuerung der Straßenbeleuchtung im Ort geplant. Aufgrund der Klärung gesetzlicher Vorgaben sei es aber zu Verzögerungen gekommen, bis die Fördermittelanträge gestellt werden konnten, so Noack.

Verzögerungen, die Olbersdorf nun unter Druck setzen – schließlich müssen die Fördergelder 2020 abgerechnet sein. „Eigentlich wollten wir die Arbeiten im Herbst 2016 ausschreiben und im vergangenen Jahr schon bauen“, sagt Karsten Hummel. Doch als die Ausschreibungen im vergangenen Sommer endlich möglich waren, seien die Baupreise sehr hoch gewesen. „Das wäre zu teuer geworden“, sagt Hummel. Die ungewollte Verzögerung hatte aber auch etwas Gutes – in der Zwischenzeit ergab sich eine höhere Förderung der Maßnahme. Zumindest darüber kann sich Karsten Hummel freuen: „Planungs- und Ausschreibungssummen sind jetzt fast eine Punktlandung.“ Immerhin mussten auch die gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre berücksichtigt werden.

Nun steht der Baustart unmittelbar bevor. „Am 16. März soll es die erste Bauberatung geben, ab der zweiten Märzhälfte soll gebaut werden“, sagt Michael Noack. Etwas später ist eine Informationsveranstaltung für die Einwohner geplant. „Diese wird am 13. April um 17 Uhr im Sportlerheim stattfinden“, so Noack. Denn die Anwohner im Olbersdorfer Oberdorf sollen schließlich vom Angebot Gebrauch machen, ihre Häuser ans neue Fernwärmenetz anschließen zu können. „Das wird aber erst im Jahr 2020 möglich sein“, so Michael Noack. Interessierte Olbersdorfer könnten sich dafür aber schon heute bei der WVO melden, ergänzt Geschäftsführer Karsten Hummel.

Weil der Wasserversorger Sowag im Zuge der Arbeiten zur Fernwärmeversorgung teilweise neue Trinkwasserleitungen verlegt, wird es während der Bauzeit auch zu Sperrungen der betroffenen Straßen kommen. „Beim reinen Fernwärmebau wäre nur eine Straßenhälfte betroffen. Für die Hausanschlüsse der Wasserleitungen müssen aber die Straßen gequert werden“, sagt WVO-Geschäftsführer Karsten Hummel. Die WVO und die Gemeinde müssen darum den Zittauer Gebirgslauf am 28. und 29. April beachten, der auch über Straßen führt, die vom Fernwärmeausbau betroffen sind. „Dafür werden wir aber eine Lösung finden“, ist Hummel zuversichtlich.

Die Olbersdorfer Fernwärmepläne werden übrigens genau vom Branchenverband AGFW verfolgt. Der Verband von Unternehmen, die Heizkraftwerke und Fernwärmenetze in Deutschland betreiben, hat Olbersdorf bei der Konzeption und Antragstellung zum Fernwärmeausbau unterstützt. „Mittlerweile ist Olbersdorf ein Referenzdorf des Verbandes“, freut sich WVO-Geschäftsführer Karsten Hummel.