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Oldie mit Fahrstuhl

Die alte Afra-Schule ist neu, jetzt muss noch der alte Neubau neu gemacht werden.

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© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

Meißen. Die Afra-Schule hat bald 140 Jahre auf dem Buckel – aber das sieht man ihr im Innern nicht mehr an. Die Wände sind in einem freundlichen Gelb gestrichen, das mit dem nicht weniger freundlichen Blau der Fußböden und Türeinfassungen korrespondiert. „Wir haben im zweiten Bauabschnitt den Altbau der Schule vom Erdgeschoss bis zum Dach saniert“, sagte Jürgen Voigt gestern beim Rundgang durch das Schulgebäude. Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) bezeichnete ihn als ausgewiesenen Spezialisten für Schulhausbauten. Und in der Tat, ist die Afra-Schule nach der Pestalozzi- und der Johannesschule doch die dritte in Meißen, die Voigt planerisch umfassend verantwortet. Die Schwierigkeit bei der Afra-Schule bestand darin, dass der Altbau und der später angefügte Neubau in den Stockwerkshöhen nicht exakt aufeinander abgestimmt sind. Um die Afra-Schule komplett barrierefrei zu machen, musste sich Voigt also etwas einfallen lassen. Er hat Höhenunterschiede mit Schrägen und Rampen ausgeglichen. So führt vom Altbau in den alten Neubau eine große blaue Rampe, die immerhin einen Höhenunterschied von 60 Zentimetern überwinden muss. Zur Barrierefreiheit gehört, dass die Afra-Schule nun über einen Fahrstuhl verfügt. Den können Rollstuhlfahrer benutzen, ebenso wie die Reinigungskräfte, die ihre Wischeimer nicht mehr die Treppen hinaufschleppen müssen.

Zu den Erleichterungen für die Schüler und Lehrer gehört, dass alle Klassenzimmer mit Schallschutzdecken ausgestattet sind. Die schlucken – sollte es ihn denn einmal geben – den Lärm einfach weg. Schön ist auch der Eichenholzfußboden im Musik- und Tanzraum im Erdgeschoss, der durch die Zusammenlegung von zwei Zimmern entstand und so auch noch Platz für eine kleine Bühne bietet.

Neben der Barrierefreiheit war der Brandschutz die größte Herausforderung bei der Sanierung der Afra-Schule. So verfügt nun jedes der elf Klassenzimmer über zwei separate Ausgänge, damit die Kinder im Brandfall sicher hinausgeleitet werden können. Im Treppenhaus gibt es Türen, die sich bei Feuer automatisch schließen, außerdem gibt es Entrauchungsanlagen im Haus, die eventuellen Rauch absaugen. Die Brandschutzeinbauten, wozu auch noch eine Fluchttreppe an der Nordwestaußenwand der Schule zählt, machen einen nicht unwesentlichen Teil der bisherigen Sanierungskosten von 1,7 Millionen Euro aus.

Davon habe das Land 40 Prozent über sein Programm zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur bezahlt, 60 Prozent kommen jedoch aus dem Stadthaushalt. Und dabei wird es nicht bleiben, denn für die Ertüchtigung des Neubaus, der nun auch schon wieder einige Jahre auf dem Buckel hat, wird weiteres Geld benötigt. In den Sommerferien 2017 soll das angepackt werden. Auch im Neubau muss etwas für den Brandschutz getan werden, müssen Bodenbeläge und Akustikdecken eingebaut werden. Und wenn dann die Afra-Schule fertig sein wird, werden die Sanierungsarbeiten in der Förderschule am Kalkberg auf vollen Touren laufen.