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Radeberg

Oldtimer rollen durch Ottendorf

Am Sonntag fand die 35. Zuverlässigkeitsfahrt der Oldtimerfreunde von Ottendorf statt. Genau 149 Fahrzeughalter hatten sich angemeldet.

Die Grünberger Feuerwehr zog mit ihrem altgedienten aber gut gepflegten Mercedes-Benz-Modell die Blicke vieler Zuschauer auf sich. © Bernd Goldammer

Ottendorf-Okrilla. Verdeck auf, Verdeck wieder zu – Helmut Noack aus Tettau konnte sich zunächst nicht entscheiden, wie er seinen Dixi DA 1 aus dem Baujahr 1929 präsentieren sollte. Das Wetter schien unberechenbar. Auf der Wiese hinter der Kühnmühle in Ottendorf-Okrilla hatte er seinen Wagen abgestellt und mit einer Lederverkleidung abgedeckt. Noack gehört zu den langjährigen Teilnehmern der Zuverlässigkeitsfahrten und hat schon viele Wetterlagen erlebt. „Auf die Ottendorfer Zuverlässigkeitsfahrt freue ich mich jedes Jahr. Dieses Mal habe ich meinen Sohn mitgebracht“, erzählt er. Die beiden waren während eines atemberaubenden Momentes vor Ort. Innerhalb weniger Minuten entstand auf dem Mühlengelände ein Freilicht-Automobilmuseum mit 149 Fahrzeugen. Motorräder, Feuerwehren, Pkws aller Klassen standen dort. Zunächst war die Anmeldung beim Vorbereitungsteam dran. Der Radeberger Rechtsanwalt Olaf Stallmach hatte seinen BMW 326 Cabrio mit offenem Verdeck abgestellt. Die meisten Fahrzeuge auf dem Platz waren von ihren Haltern in jahrelanger Schrauberarbeit aufpoliert worden. Ein zeitraubendes Problem war dabei das Besorgen der nötigen Originalersatzteile. Doch wer sich an die Ottendorfer Oldtimerfreunde hielt, war gut beraten. Sie sind in der Oldtimerszene Deutschlands gut vernetzt und wissen, was möglich ist. Sie gehören außerdem zu den großen Teilemarkt-Veranstaltern in Deutschland, und sie kennen die Freudensprünge, wenn ein Oldtimer endlich fertig rekonstruiert werden konnte.

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Bei „Rost am Ring“ im Ottendorfer Gewerbegebiet wurde schon oft in vermeintlichen Schrotthaufen das dringend benötigte Teil gefunden. Erinnerungen an diverse Jubelszenen kamen auch hier wieder hoch. Viele Teilnehmer waren vor Ort schon mal bei ihrer Suche erfolgreich.

Zwei Touren im Angebot

„In den Minuten bis zum Start wird gefachsimpelt. Hier treffen sich Hobbyfreunde und betreiben Erfahrungsaustausch“, macht Peter Nitsche aus Marsdorf klar. Auch er hatte viel Spannendes zu erzählen. Mit seinem eigenhändig rekonstruierten weinroten Opel aus dem Baujahr 1930 fuhr er erst vor wenigen Tagen an die Ostsee. Dann begann die Fahrerbesprechung. Rolf Lehmann von den Oldtimer-Freunden erklärte den Streckenverlauf. Die große Tour ist 110 Kilometer lang und die kleine Runde beträgt 45 Kilometer. Wenig später rollten die Fahrzeuge zum Start. Motoren heulten auf. Es war ein Moment, der viele Augen von Zuschauern und Teilnehmern zum glänzen brachte.

Was für andere Leute Lärm ist, wurde an der Kühnmühle zur Klangwelt. Daniel Winter aus Löbnitz rollte seine Harley Davidson zum Start. Peter Bauer schwenkte Sekunden später die Startfahne. Gleich danach startete Enrico Butz aus Zwenkau auf seiner NSU aus dem Baujahr 1920.

Mit der Nummer 24 ging der Traditionsverein der Grünberger Feuerwehr mit einer Mercedes Benz Feuerwehr an den Start. Auch die Feuerwehrleute aus Lomnitz und Langebrück waren mit ihren ehemaligen Robur-Einsatzfahrzeugen dabei.

So leerte sich der Platz. Erst gegen 14.30 Uhr waren alle 149 Fahrzeuge wieder zurück. Der von den Oldtimerfreunden bereitgestellte Pannenservice wurde nicht benötigt.