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Olsenbanden-Børge in Weixdorf

Im Juni kommt der Musiker Jes Holtsø in den Dixiebahnhof. Aber unter diesem Namen kennt ihn hierzulande kaum jemand.

© Youtube-Kanal Olsenbandenfanclub Deutschland

Von Bernd Goldammer

Weixdorf. Nein, die Polizei wird wohl nicht vorfahren. Auch, wenn am 5. Juni ein Mann in den Weixdorfer Dixiebahnhof kommt, der schon als Kind und Jugendlicher regelmäßig als Krimineller aufgefallen ist. Im Film jedenfalls. In den legendären Lolsenbanden-Filmen nämlich. Jes Holtsø kommt nun nach Weixdorf. Jes Holtsø? Besser bekannt als Børge Jensen – Filmsonhn des Olsenbanden-Kjeld.

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Doch der Name ist nicht das Einzige, das ein wenig überrascht, weil von vielen bisher unbemerkt geblieben ist. Hierzulande jedenfalls. Denn der 1956 in Kopenhagen geborene Jes Holtsø ist nicht etwa Schauspieler geworden, sondern Musiker. Blues-Musiker. Und noch dazu ein richtig guter! Und deshalb passt er dann natürlich auch wunderbar auf die Bühne im Weixdorfer Dixiebahnhof.

Doch an dieser Stelle noch ein kleiner Blick zurück. Auf die Zeiten bei der Olsenbande. Alles begann 1968. Ein „Besetzungs-chef“ der Nordisk Film kreuzte in einer Kopenhagener Schule auf, um sich einige „Schülertypen“ anzusehen. Und Jes Holtsø begeisterte ihn sofort. Er führte das Leben eines halbwegs braven Jungen. Seine Aura aber ließ den Besetzungschef nicht mehr los. Er passte haargenau ins Drehbuch, mit dem der dänische Regisseur Erik Balling gemeinsam mit Henning Bahs die Lachmuskeln Europas erschüttern wollte. Und nach dem Casting war auch Regisseur Balling von dem Jungen mit den langen blonden Haaren begeistert – und so wurde Jes Holtsø dann in den Plan eingeweiht, eine Filmreihe über einen Bandenchef zu drehen, der immer einen genialen Plan hatte.

Von der Musik aufgefangen

Und so nahm nun sein biederes Schülerleben eine gänzlich andere Richtung. Alles drehte sich nun sozusagen um die Olsenbande. Balling und Bahs hatten dafür die schrägsten Typen des dänischen Films erfunden und die besten Schauspieler engagiert. Aus Jes Holtsø wurde also Børge Jensen. Yvonne und Kjeld Jensen waren seine Film-Eltern. Um die Rolle wurde er natürlich von vielen Kindern beneidet. Immerhin durfte Børge ja auch immer wieder mit auf die genial-kriminellen Touren. In Dänemark, Polen, der DDR und teilweise in Ungarn bogen sich die Leute in überfüllten Kinos vor Lachen. Einige Filme liefen auch im westdeutschen, schweizer und österreichischen Fernsehen. Sie erreichten dort aber nicht den Bekanntheitsgrad wie in der DDR. Experten meinen, das sei wahrscheinlich auch auf die westdeutsche Synchronisation zurückzuführen. Bei allen 14 Filmen hat sie die Qualität der DDR-Übersetzungen nie erreicht. Und so wurde Jes Holtsø Kult in der DDR.

Aber Erfolg und Popularität haben auch ihre schwierigen Seiten. Das Privatleben veränderte sich. Das Gelächter der Menschen war im Alltag leider nicht nur in den Kinos zu hören. 1977 verlies Holtsø das Team. Seine Rolle musste aus künftigen Filmen herausgeschrieben werden. Eine Suchtkarriere folgte. Die Musik fing ihn auf. Am Blues arbeitete er sich wieder hoch. Aus eigener Kraft. Und im allerletzten Olsenbanden-Film war er dann auch noch einmal zu sehen.

Aber um all das wird es nicht gehen, im Juni im Dixiebahnhof. Dann wird sich alles nur um den Musiker Jes Holtsø drehen. Und das lohnt sich allemal. Zahlreiche Auszeichnungen gab es für die mittlerweile drei Alben des Musikers – und seine Konzerte sind gefragt. Also am besten schon mal die Tickets für den 5. Juni sichern …

www.dixiebahnhof.de