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Die fünf Baustellen der Olympia-Macher

2021 wird zum Super-Sportjahr: Nach der Fußball-EM soll dann auch Olympia stattfinden. Die Folgen sind immens und teuer.

Der IOC-Präsident in Erklärungsnot? Viele Fragen sind auch nach der Olympia-Verschiebung noch zu beantworten. Thomas Bach reicht sie direkt an die neu gegründete Task Force weiter.
Der IOC-Präsident in Erklärungsnot? Viele Fragen sind auch nach der Olympia-Verschiebung noch zu beantworten. Thomas Bach reicht sie direkt an die neu gegründete Task Force weiter. © dpa

Lausanne. Nach der historischen Verschiebung der Sommerspiele in Tokio auf kommendes Jahr versuchen die Olympia-Macher das große Chaos zu beseitigen. IOC-Präsident Thomas Bach sprach "von vielen tausenden Fragen", die aktuell noch geklärt werden müssen. Dabei stehen Organisatoren, Sportler und Fans vor zahlreichen Baustellen - hier die fünf wichtigsten.

Wann können die Spiele 2021 überhaupt stattfinden?

Noch ist offen, ob Olympia auch 2021 im Spätsommer steigt - oder zu Frühjahrsspielen wird. Aber egal für welches Szenario sich das Internationale Olympische Komitee mit den japanischen Gastgebern entscheidet, die Konsequenzen für den Sportkalender werden immens sein - und sich auch bis nach Deutschland auswirken. 

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Die Fußball-EM ist ebenfalls bereits auf 2021 (11. Juni - 11. Juli) verschoben. In olympischen Kernsportarten wie Schwimmen (16. Juli - 1. August) und Leichtathletik (6.-15. August) sind Weltmeisterschaften aktuell noch für kommendes Jahr geplant. Der Deutsche Basketball Bund hofft indes, dass die Olympia-Verlegung keinen Einfluss auf die EM (2.-19. September) mit der Finalrunde in Berlin hat.

Wie werden sich die Athleten qualifizieren?

Eine der größten Sorgen der Sportler und Sportlerinnen ist der Weg zu den Sommerspielen. Rund 6.000 der insgesamt 11.000 Athleten hatten das Ticket für Tokio schon sicher. Nun muss geklärt werden, welche erfüllten Normen und Platzierungen noch Bestand haben. Aktuell herrscht Ratlosigkeit. 

Triathlon-Bundestrainer Faris Al-Sultan sagte, er habe "null Informationen" dazu. Zudem müssen die abgesagten Qualifikationswettbewerbe neu angesetzt werden. Auch weitere Regularien sind noch offen: So waren beim olympischen Fußballturnier der Männer eigentlich nur drei Spieler pro Team erlaubt, die vor dem 1. Januar 1997 geboren sind. Nun ist unklar, ob sich diese Altersgrenze für das Team von U21-Nationalcoach Stefan Kuntz auch entsprechend verschiebt.

Was passiert mit den Sponsorenverträgen?

Zeitlich ist bei vielen Sportlern alles auf einen olympischen Zyklus ausgelegt. Athleten wie Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe und Ringerstar Frank Stäbler wollten beispielsweise ihre Karriere eigentlich nach diesen Spielen beenden - und stehen nun vor einer unverhofften Verlängerung. 

Auch Förderung und private Verträge gelten häufig bis nach Olympia. "Den Athleten der Sportfördergruppen steht zum Glück kein Gehaltsausfall an, und den anderen Kaderathleten wurde durch die Sporthilfe ihre Weiterbezahlung versichert", sagte Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann, Mitglied in der Athletenkommission des IOC. "Wie sich die Verschiebung auf Sponsorenverträge auswirken könnte, ist momentan einfach noch überhaupt nicht abschätzbar."

Was wird mit den Sportstätten?

Ob alle rund 11.000 Olympia-Starter, ihre Betreuer und später rund 4.400 Paralympics-Teilnehmer auch 2021 wie geplant in einem gemeinsamen Athletendorf wohnen können, ist laut Bach fraglich. Die 5.632 Wohnungen sollten nach den Spielen an private Eigentümer übergeben werden, Schätzungen zufolge ist ein Viertel bereits verkauft. Zum neuen Termin von Olympia im kommenden Jahr müssen zudem auch die entsprechenden Hallen und Plätze zur Verfügung stehen. 

Insgesamt sollten die Sommerspiele in insgesamt 42 Sportstätten stattfinden. Einige Arenen sind kommendes Jahr bislang bereits anderweitig gebucht, andere waren ohnehin nur temporär geplant. "Diese müssen wir weiter mieten, weil es ein Jahr dauert bis sie einsatzbereit sind", sagte Organisationschef Toshiro Muto. "Das bedeutet weitere Kosten."

Wie hoch sind die Mehrkosten?

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Die Organisatoren versuchen die ohnehin schon immensen Kosten im Rahmen zu halten. Nach Schätzungen hätte Japan insgesamt mehr als 25 Milliarden Euro für die Sommerspiele ausgegeben. Einheimische Experten rechnen durch die Verschiebung nun mit weiteren Kosten von umgerechnet 5,4 bis 5,7 Milliarden Euro. (dpa)