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Oma und Opa auf Entdeckungsreise mit den Enkeln

© Jens Trenkler

Die SZ stellt die zehn Ideen vor, die beim Innovationspreis Tourismus in der Endrunde sind. Heute: der Görlitzer Großelterntag der Museen.

Von Matthias Klaus

Görlitz. Die Idee stammt ja eigentlich aus Polen. Dort ist es Tradition, im Januar die eigenen Großeltern zu würdigen, ähnlich, wie es hierzulande den Muttertag gibt. In Polen ist der 21. Januar der „Dzien Babci“, der Großmuttertag und der 22. Januar der „Dzien Dziadka“, der Großvatertag. Die drei großen Görlitzer Museen fassen beide Tage zu einem Großelterntag zusammen.

Das Senckenberg Naturkundemuseum startete den Großelterntag bereits 2011, ein Jahr später kam das Schlesische Museum hinzu, 2013 dann auch das Kulturhistorische Museum. „Der Tag soll dazu anregen, dass Großeltern und ihre Enkelkinder gemeinsam einige schöne gemeinsame Stunden in einer Kultureinrichtung verbringen können“, so Christian Düker, Sprecher des Senckenberg-Museums. Das besondere „Bonbon“ an diesem Tag: Gemeinsam mit ihren Enkeln unter 16 Jahren können Oma und Opa die drei Museen mit insgesamt vier Ausstellungshäusern gratis besuchen. Der Januar ist eher ein besucherschwacher Monat, deshalb ist der Großelterntag auch noch ein besonderes touristisches Angebot. Christian Düker geht davon aus, dass auch so manche gastronomische Einrichtung in der Stadt davon profitieren kann. Das Angebot zielt auch auf Gäste jenseits der Neiße. Besucherumfragen ergaben, dass etwa die Hälfte der Museumsbesucher in Görlitz nicht aus der Stadt kommt und davon rund fünf bis zehn Prozent aus Polen. Gerade Besucher aus dem Nachbarland für einen Besuch in den Museen in der Stadt zu gewinnen, darin sieht das Senckenberg Museum ein großes Anliegen. Entsprechende Informationen gehen an die Stadtverwaltung Zgorzelec, die dortige Tourist-Information und natürlich über Internetportale. „Zukünftig ist auch die Einbeziehung des Muzeum Luzyckie in Zgorzelec geplant“, so Christian Düker. Mit dem Großelterntag 2018 seien jedenfalls alle drei beteiligten Einrichtungen in Görlitz sehr zufrieden gewesen. „Das Format stößt auf große Dankbarkeit“, sagt der Sprecher des Naturkundemuseums.

Und: „Es ist doch schön, wenn die Enkelkinder zu ihren Großeltern sagen: He, lasst uns mal was zusammen unternehmen.“ Rund 700 Besucher hatte allein das Senckenberg Museum am diesjährigen Großelterntag. „Die meisten waren tatsächlich Großeltern mit Enkeln“, sagt Christian Düker.

Kein Wunder, das Angebot war und ist ja auch in allen drei Einrichtungen attraktiv: Senckenberg punktete mit der Sonderschau „Tricture 3D – Eine Reise in die Urzeit“, im Kaisertrutz gab es die Fotoausstellung „Im Moment“, im Barockhaus Neißstraße konnten das große Puppenhaus und handgefertigte Puppen bestaunt werden und im Schlesischen Museum hieß es „Achtung Zug“ samt einem folgenden musikalischen Mitmachtheater.

www.innovationspreis.neisseland.de

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