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Geld und Recht

Onlinekredit ohne Risiko - so geht's

Wer früher einen Kredit brauchte, ging zu seiner Hausbank und sprach persönlich mit dem Kundenberater. 

© pixabay ID 8212733

Doch die Zeiten ändern sich. Im Zuge des voranschreitenden Onlinebankings spielt die Kreditvergabe per Internet eine immer größere Rolle. In der Tat bieten Direktbanken oftmals bessere Konditionen als Filialbanken. Das und der bequeme Vertragsabschluss von zu Hause aus dürften die Hauptgründe für die zunehmende Beliebtheit von Onlinekrediten sein. Zudem ist online-Banking grundsätzlich deutlich sicherer geworden, als dies noch vor Jahren der Status quo war. ihr Image inzwischen längst nicht mehr so zweifelhaft wie in der Vergangenheit. Zu Recht? 

Kredit im Internet - durchaus seriös

Die Antwort lautet: im Prinzip ja. Genauer gesagt: Es gibt zahlreiche Onlineportale, auf denen man bedenkenlos den eigenen Kredit beantragen kann. Sie vermitteln Darlehen von bekannten, seriösen Direktbanken und informieren umfassend zu allen anfallenden Themenkomplexen und Fragestellungen. Darüber hinaus kann man sich selbstverständlich auch unmittelbar an eine Onlinebank seines Vertrauens wenden.

Trotzdem gibt es sie immer noch: die schwarzen Schafe, Abzocker und Kredithaie im Internet. Und auch sie locken häufig mit - angeblichen - Top-Zinssätzen und geringen Gebühren. Woran aber erkennt man sie? Wie vermeidet man es, in eine Falle zu tappen, und worauf sollte man bei der Aufnahme eines Onlinekredites achten?

Arten von Onlinekrediten

Ehe wir uns diesen Fragen widmen, noch eine kurze Erläuterung, um welche Arten von Darlehen es sich bei Onlinekrediten in der Regel handelt. Genau genommen bedeuten die Begriffe „Kredit” und „Darlehen” übrigens nicht dasselbe. In der Alltagssprache werden sie jedoch als Synonyme verwendet. Deshalb soll an dieser Stelle nicht näher auf die Unterschiede eingegangen werden. Nur so viel: „Kredit” ist der Oberbegriff und somit das Darlehen eigentlich nur eine von vielen Kreditarten.

Vor allem zwei davon werden im Internet regelmäßig beworben, angeboten und vergeben: zum einen der Ratenkredit, auch Konsumenten- oder Verbraucherkredit genannt. Er dient der Finanzierung eines konkreten Kaufvorhabens, beispielsweise der Anschaffung eines Kraftfahrzeugs. Zum anderen die Baufinanzierung für den Erwerb oder Bau einer Immobilie (Immobiliendarlehen).

Tipps für den Onlinekredit - darauf sollten Sie achten

Grundsätzlich gilt: Vergleichen ist wichtig. Man sollte also immer mehrere Kreditangebote einholen. Zu beachten ist allerdings, dass die Konditionen auf Vergleichsportalen immer auf Standardfaktoren beruhen, die quasi den idealtypischen Fall abbilden. In der Regel weichen jedoch die eigenen finanziellen Umstände davon ab. Somit ergeben sich meist andere Konditionen, wenn schließlich das konkrete Angebot einer Bank eingeht. Dieses muss übrigens den effektiven Jahreszins des Kredits beinhalten. Die Effektivverzinsung gibt nämlich die tatsächlichen Kosten des Darlehens an und ermöglicht somit eine weitreichende Vergleichbarkeit verschiedener Kreditangebote.

Um ein solches Angebot zu erhalten, muss üblicherweise ein Fragenkatalog beantwortet werden, mit dessen Hilfe die Bank die Finanzsituation des Antragstellers beurteilt. Abgefragt werden Einkommenshöhe und Lebenshaltungskosten wie Wohnungsmiete, Versicherungen usw. Auch darf das Geldinstitut bei der Schufa die Bonität eines Kreditinteressenten erfragen. 

Vorsicht, Falle!

Wirbt ein Anbieter mit dem Verzicht auf die Schufa-Anfrage, ist Vorsicht angesagt, denn in diesem Fall handelt es sich häufig um einen Kreditvermittler, der versucht, über die Vermittlungsgebühr Kasse zu machen. Denn er leitet die Anfrage lediglich an Geldinstitute weiter. Über Vergabe und Konditionen des Darlehens (also auch die Schufa-Anfrage), entscheidet er gar nicht selbst. Ebenso kritisch ist es, wenn „schnelle Soforthilfe” versprochen wird.

Auch aus anderen Gründen sollte in solchen Fällen von einer Kontaktaufnahme abgesehen werden. Kredite ohne Schufa sind der Erfahrung nach extrem teuer. Meist wollen die Anbieter den Interessenten daher nur andere zweifelhafte Finanzprodukte verkaufen wie beispielsweise eine Prepaid-Karte, die mit erheblichen Kosten verbunden ist.

Genauso wenig sollte man sich darauf einlassen, wenn der Vermittler die Vertragsunterlagen per Nachnahme zusenden möchte. Auf diese Weise kassiert er sofort seine Vermittlungsgebühr, während es sich bei den Unterlagen meist nicht um das Vereinbarte handelt, für den Antragsteller also wertlos ist.

Generell gilt: Nichts zahlen, bevor der Kredit gewährt wurde! Denn nur, wenn der Darlehensbetrag geflossen ist, kann der Vermittler eine Vergütung verlangen. 

Widerrufsrecht beim Onlinekredit

Wie bei allen Onlinegeschäften besteht auch beim Onlinekredit ein gesetzliches Widerrufsrecht. Ist es also zum Vertragsabschluss gekommen, kann der Vertrag innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur S.Salow.