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Opelwerk Eisenach ist gesichert

Nach langem Hickhack liegt bei Opel eine Einigung mit den Arbeitnehmern auf dem Tisch. Die Arbeiter müssen aber Zugeständnisse machen.

© picture alliance / Arne Dedert/d

Von Rolf Obertreis

Rüsselsheim. Der nächste Sanierungspakt bei Opel steht: Kein deutsches Werk wird geschlossen, es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen, die Arbeitsplätze sind bis 2023 garantiert und in den Fabriken in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern wird investiert. Im Gegenzug verzichten die Beschäftigten vorerst auf vereinbarte Tariferhöhungen. Zwar werden 3 700 der rund 19 000 Jobs gestrichen, aber allein durch Altersteilzeit und freiwilliges Ausscheiden, wobei sich bereits 3 500 Beschäftigte dafür entschieden haben. Das Management von Opel, der Betriebsrat und die IG Metall haben sich nach wochenlangen, schwierigen Verhandlungen jetzt auf ein neues Sanierungspaket verständigt, das dem seit fast 20 Jahren defizitären Autohersteller die nötige Wettbewerbsfähigkeit bescheren und das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen führen soll.

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Der französische Autokonzern PSA, seit Sommer 2017 neuer Eigentümer von Opel, hatte eine entsprechende Vereinbarung und Zugeständnisse der Arbeitnehmerseite zu Voraussetzungen für Investitionen in die Werke gemacht. Opel-Chef Michael Lohscheller begrüßt die Vereinbarung als wichtigen Schritt zur Umsetzung der mit PSA vereinbarten Strategie, Opel fit für die Zukunft zu machen. „Die höhere Wettbewerbsfähigkeit erlaubt uns zu investieren und ist die beste Zukunftssicherung.“ Mit attraktiven Modellen werde Opel für die „langfristige Auslastung“ der Werke sorgen und damit die „Beschäftigung bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein“ sichern.

Auch Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug ist erfreut. „Wir haben mit diesen Eckpunkten endlich das bekommen, was wir seit Langem fordern: Die Absicherung der Beschäftigten durch Kündigungsschutz für die nächsten fünf Jahre und eine Investitionszusage für alle deutschen Standorte, um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern.“ Endlich könne wieder mehr Ruhe in den Betrieb einkehren. Ende vergangener Woche hatte IG Metall Bezirksleiter Jörg Köhlinger noch mit einer Eskalation des Konflikts gedroht, sollte Opel nicht auf die Forderungen der Arbeitnehmerseite eingehen.

Wie viel Geld Opel und PSA jetzt für die Investitionen ausgeben und welche Summe für das Programm zum freiwilligen Ausscheiden von 3 700 Beschäftigten nötig ist, lassen die Unternehmen offen. Bis 2023 gebe es aber „signifikante“ Investitionen. Es dürfte sich um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln. Fest steht, dass im Werk in Eisenach ab Mitte 2019 das SUV-Modell Grandland X vom Band laufen soll, ab 2020 auch eine Hybridversion. Gleichwohl werden dort 450 der rund 1 800 Arbeitsplätze wegfallen. Der Betriebsrat hatte allerdings für Eisenach zwei neue Modelle gefordert. Wie und was genau in den Werken in Rüsselsheim und Kaiserslautern investiert wird, will Opel zu „gegebener“ Zeit veröffentlichen. Der mit der Arbeitnehmerseite bis 2023 geschlossene Rahmenvertrag sieht neben dem freiwilligen Ausscheiden von 3 700 Beschäftigten auch Einschnitte für die rund 15 300 verbleibenden Opelaner vor. Das tariflich ausgehandelte Zusatzgeld, das ab 2019 gezahlt werden sollte, wird bis 2023 ausgesetzt, mögliche Tariferhöhungen ab 2020 werden nur verzögert ausgezahlt. In zwei Jahren soll Opel wieder ein positives Betriebsergebnis bei einer Umsatzrendite von zwei Prozent erreichen, bis 2026 soll sie auf sechs Prozent steigen.

Wie das angesichts schwächelnder Verkäufe gehen soll, ist aber noch unklar. Obwohl die Opel-Modelle von Experten gelobt werden, hat sich das in den Zulassungszahlen in den ersten vier Monaten 2018 nicht niedergeschlagen. In Europa sanken die Neuzulassungen von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 317 500 Einheiten, der Marktanteil schrumpfte von 6,4 auf 5,8 Prozent.