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Opfer überrascht Einbrecher

Ein Mann aus Oschatz soll in ein Haus eingebrochen sein. Das bringt ihm eine Bewährungsstrafe ein.

© dpa

Von Helene Krause

Ostrau. Dramatisch ging es am Abend des 15. Juli 2016 in einem Wohnhaus in Ostrau zu. Ein zur Tatzeit 26-jähriger Mann aus Oschatz drang in das Haus ein. Als er das Erdgeschoß nach Diebesgut durchsuchte, wurde er vom Eigentümer überrascht. Der war durch den Lärm, den der Einbrecher verursachte, aufgewacht. Mit einem Messer kam er dem Eindringling entgegen. Es gab ein Gerangel zwischen den beiden. Dem Opfer gelang es, den Dieb aus dem Haus und in ein Maisfeld zu ziehen. Dann brachte er ihn zu seinen Nachbarn. Dort wurde der Täter festgehalten, bis die Polizei eintraf. Wegen des Vorfalls musste sich der 26-jährige jetzt vorm Schöffengericht des Amtsgerichts Döbeln verantworten. Vorgeworfen wurde ihm räuberischer Diebstahl in Tateinheit mit Sachbeschädigung.

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Um in das Haus zu gelangen, zerschlug der Angeklagte mit einem Stein die Scheibe eines auf der Hofseite gelegenen Fensters. Es entstand ein Sachschaden von rund 200 Euro. Im Erdgeschoß des Hauses fand der Beschuldigte Modeschmuck und einen silbernen Kerzenständer. Die Gegenstände stecke er in einen Rucksack, den er mitgebracht hatte. Sie hatten einen Wert von etwas 250 Euro. In dem Rucksack hatte er auch das Einbruchswerkzeug: eine Taschenlampe, mehrere Schraubenzieher, eine Kneifzange und andere Dinge.

Zur Tat befragt, sagte der Beschuldigte: „Ich dachte, das Haus steht leer. Es sah so verwahrlost aus.“ Weil er alte Gegenstände sammelt, entschloss er sich, ehe das Gebäude abgerissen wird, in das Haus einzudringen und es nach Brauchbarem zu durchsuchen. Das Grundstück lag auf seinem Arbeitsweg. Als der Eigentümer ihn überraschte, hätte er, wegen des Messers, Todesangst gehabt. „Er hat mich mit dem Messer in die Brust gestochen“, schilderte der Beschuldigte. Den Stich hätte ein Schlüsselbund aber abgefangen. Beim Opfer entschuldigte er sich.

Vor Gericht stand der Angeklagte bisher nicht. Weil der Geschädigte auch auf eine Schadenswiedergutmachung verzichtet und der Beschuldigte davon ausging, dass das Haus nicht mehr bewohnt sein, gingen Richterin Karin Fahlberg und Staatsanwältin Angelika Rickert von einem einfachen räuberischen Diebstahl in Tateinheit mit Sachbeschädigung aus. Staatsanwältin Rickert plädierte für eine Freiheitsstrafe in Höhe von sechs Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Als Auflage sollte der Beschuldigte 200 Euro an das Opfer oder, wenn der Geschädigte darauf verzichtet, an eine gemeinnützige Organisation zahlen und 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Fahlberg folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Von den Auflagen sah das Gericht aber ab. Das Urteil ist rechtskräftig.